Verteidigungsexpertin mahnt: Wenn wir aufrüsten, müssen wir das Land im Ernstfall auch verteidigen

Berlin - Marie-Agnes Strack-Zimmermann (64, FDP), Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, fordert als Reaktion auf den Krieg in der Ukraine deutlich mehr Entschlossenheit von den Deutschen. "Wehrhaftigkeit, Wehrwilligkeit, Wehrfähigkeit, das bedingt einander. Wenn ich ein Land wehrfähig mache, also die Bundeswehr entsprechend ausrüste, muss auch der Wille da sein, im Ernstfall das Land zu verteidigen." Darüber müsse diskutiert werden.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann (64, FDP) ist für ihre klaren Ansagen bekannt.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann (64, FDP) ist für ihre klaren Ansagen bekannt.  © Kay Nietfeld/dpa

Der russische Angriffskrieg und die Drohungen von Wladimir Putin (69) gegen die NATO seien "ein ganz hartes Erwachen für Europa und besonders für uns". "Wir müssen einfach wissen, dass es einer bestimmten Reaktion bedarf. Und die haben wir verloren. Worte wie 'Wir kämpfen für Freiheit' sind dann nur Worthülsen."

Natürlich müsse man verhandeln und immer wieder versuchen, friedlich miteinander auszukommen. "Ich glaube nicht daran, weder bei innerer Sicherheit noch bei der äußeren Sicherheit. Es gibt Menschen und Regierungen, die kennen nur klare Ansagen. Nur wer stark ist, wird nicht angegriffen."

Gar nicht begeistert ist Strack-Zimmermann hingegen von der Kritik an der aktuellen Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (56, SPD). "Die russische Armee zieht mordend durch die Ukraine und begeht unfassbare Menschenrechtsverbrechen. Wir stehen vor nie dagewesenen Herausforderungen."

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In solch einer historisch schwierigen Phase sei "es schlichtweg unanständig, niveaulose Kampagnen gegen einzelne Regierungsmitglieder zu fahren".

Kritik an gemachten Fehlern zu üben sei völlig berechtigt, doch solle diese "bitte fachlich fundiert" sein. "Schüsse aus der Hüfte von Profilneurotikern sind unangebracht."

Bekommt Deutschland den "Iron Dome"?

Abseits der Aussagen von Strack-Zimmermann werden die Forderungen nach einem Raketenschutzschild für Deutschland nach dem Vorbild des israelischen "Iron Dome" immer lauter. "Wir müssen uns besser vor der Bedrohung aus Russland schützen. Dafür brauchen wir schnell einen deutschlandweiten Raketenschutzschirm", so Andreas Schwarz (57), zur BamS.

Zur Funktionsweise: An drei Standorten in Deutschland würden israelische "Arrow 3"-Raketen aufgestellt werden. Erkennt ein gekoppeltes Radar feindliche Raketen, werden diese von einem Standort aus gestartet und fangen den ungebetenen Gast dann im Weltall ab.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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