Einwanderin wird abgeschoben, nachdem sie von sexuellem Missbrauch berichtet

El Paso (USA) - Eine inhaftierte Frau berichtete, von den Wachen eines Gefängnisses im texanischen El Paso sexuell missbraucht und angegriffen worden zu sein. Die Polizei- und Zollbehörde des Ministeriums für Innere Sicherheit der USA hatte die illegale Einwanderin festnehmen lassen. Kurz nach ihrem Bericht wurde sie abgeschoben.

Stacheldraht am US-mexikanischen Grenzzaun. Monatlich versuchen tausende Menschen, von Mexiko aus in die USA zu gelangen.
Stacheldraht am US-mexikanischen Grenzzaun. Monatlich versuchen tausende Menschen, von Mexiko aus in die USA zu gelangen.  © El Universal/El Universal via ZUMA Wire/dpa

Die Strafverfolgungsbehörden hätten "weggeschaut, als sie ihren Schutz am meisten brauchte", sagte Anwältin Linda Corchado laut der Newsseite ElPasoTimes. Corchado vertritt die Einwanderin rechtlich. Deren Behauptungen ähneln sich mit den angeblichen Erfahrungen, die eine andere Frau und ein Mann gemacht haben.

Alle Personen waren Insassen der Haftanstalt für illegale Zuwanderer von El Paso, in denen die Vorwürfe stattgefunden haben sollen.

Der Name der Frau wurde nicht bekannt gegeben, um ihre Identität zu schützen. Bereits am 19. August wurde die Dame fünf Stunden lang zu dem Vorfall interviewt. Sie führte die Inspektoren und auch die anwesenden FBI-Agenten im Gefängnis herum.

Dabei verwies sie auf die toten Winkel der Kameras in dem Gebäude. Die Wachen hätten diese vorsätzlich genutzt, um die Gefangenen zu belästigen oder anzugreifen. Ihre Erlebnisse schilderte sie vor den anwesenden Wachen und weiteren Häftlingen.

Die Inspektoren baten die Behörde zunächst, die gebürtige Mexikanerin nicht abzuschieben. Sie habe Kinder, die amerikanische Staatsbürger sind. Erst am Montag beschloss die Behörde, die Dame des Landes zu verweisen. Lange 21 Tage nach ihren Äußerungen musste sie weiterhin in dem Gefangenenlager sitzen, in dem sie wohl missbraucht worden war.

"Es war wirklich schädlich für sie, weiterhin inhaftiert zu sein und ihre Schänder überall um sich herum zu sehen", sagte die Anwältin. Deren Antrag, die Frau freizulassen, wurde am Montag um 16.10 Uhr abgelehnt.

Nur zwei Stunden später wurde Corchados Mandantin in Zivilkleidung gezwängt und war für die Abschiebung bereit. "Das ist die schnellste Abschiebung, die ich je gesehen habe", sagte Corchado. 

Es ist nicht unüblich, illegale Einwanderer in den USA zu inhaftieren. Laut Statista wurden allein im Juni 2020 an der Grenze von den USA zu Mexiko über 40.000 Menschen verhaftet bei dem Versuch, in die Vereinigten Staaten einzureisen.

Titelfoto: El Universal/El Universal via ZUMA Wire/dpa

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