Bundesregierung bittet Italien um Hilfe: 180 aus Seenot gerettete Menschen an Bord

Rom - Die Bundesregierung hat Italien um die Rettung der fast 180 aus Seenot geretteten Geflüchteten an Bord des deutschen Schiffes "Humanity 1" gebeten.

Ende Oktober rettete die "Humanity 1" bereits 135 Menschen in Seenot.
Ende Oktober rettete die "Humanity 1" bereits 135 Menschen in Seenot.  © Max Cavallari/SOS Humanity/dpa

"Wir haben die italienische Regierung gebeten, schnell Hilfe zu leisten", hieß es in einem Antwortschreiben der deutschen Botschaft in Rom an den italienischen Fernsehsender Rai 3, das der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag vorlag.

Die Sendung "Il cavallo e la torre" (Das Pferd und der Turm) des TV-Kanals hatte am späten Mittwochabend darüber berichtet.

Vor der Küste Italiens warten die unter norwegischer Fahne fahrenden Schiffe "Geo Barents" und "Ocean Viking" sowie die "Humanity 1" mit zusammengerechnet fast 1000 geretteten Migranten an Bord seit Tagen auf einen sicheren Hafen.

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Auf dem deutschen Schiff sind der Organisation SOS Humanity zufolge mehr als 100 unbegleitete Minderjährige.

Italien weigert sich unter der neuen rechten Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, den Crews einen Hafen zuzuweisen, damit die Menschen dort an Land gehen können.

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Die "Ocean Viking" fährt unter norwegischer Flagge.
Die "Ocean Viking" fährt unter norwegischer Flagge.  © Fabio Peonia/LaPresse/AP/dpa

Rom hatte Ende Oktober Deutschland und Norwegen in einem Schreiben benachrichtigt, dass Schiffe ziviler Seenotretter, die unter ihrer Flagge führen, gegen geltende Sicherheits- und Kontrollnormen verstießen.

Im Schreiben des Auswärtigen Amtes hieß es nun, die Bundesregierung habe auf die Verbalnote geantwortet und ihre Rechtsauffassung dargelegt.

Wie es in der Sache der Schiffe weitergeht, ist unklar. Das Auswärtige Amt in Berlin machte auf Nachfrage keine weiteren Angaben zu laufenden Gesprächen mit Rom.

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In einem am Freitag erscheinenden Buch eines Journalisten wird Meloni zu der Frage der Hilfsorganisationen zitiert.

"Wenn ein NGO-Schiff, sagen wir, unter deutscher Flagge fährt, gibt es zwei Fälle: Entweder Deutschland erkennt es an und nimmt sich seiner an oder es wird ein Piratenschiff", heißt es darin.

Titelfoto: Max Cavallari/SOS Humanity/dpa

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