Abschiebung nach Afghanistan? Kirchenvorsteher muss nun doch nicht ausreisen

Hof - Ein Kirchenvorsteher aus Hof, der 2015 aus dem Iran nach Deutschland geflüchtet war, muss nun doch nicht nach Afghanistan ausreisen. 

Laut dem Hofer Dekan droht dem Geflüchteten in Afghanistan die Todesstrafe. (Symbolbild)
Laut dem Hofer Dekan droht dem Geflüchteten in Afghanistan die Todesstrafe. (Symbolbild)  © Susann Prautsch/dpa

Der 28-Jährige mit afghanischer Staatsangehörigkeit habe "erst einmal keine Abschiebung zu befürchten", teilte das Bayerische Innenministerium am Montag auf Nachfrage mit. 

Wenn er eine Ausbildung beginne und sein Visumverfahren später nachhole, habe er eine Perspektive in Deutschland.

Mit dem 28-Jährigen wäre erstmals ein Kirchenvorsteher aus Bayern nach Afghanistan abgeschoben worden, erklärte der Hofer Dekan Günter Saalfrank. 

Dabei drohe dem Geflüchteten dort die Todesstrafe, weil er zum Christentum konvertierte. "Unsere große Sorge war, dass er beim nächsten Abschiebeflug nach Kabul mit auf der Liste steht."

Als afghanischer Staatsangehöriger gelte der 28-Jährige nur deshalb, weil sein Vater Afghane gewesen sei, hatte Saalfrank vor einigen Wochen erklärt. Gelebt habe er vor seiner Flucht aber immer im Iran. "Das heißt, bei einer Abschiebung käme er in ein Land, in dem er nie gelebt hat", so Saalfrank.

Knapp ein Jahr nach seiner Flucht war der Mann in der Hofer Michaeliskirche getauft worden. Seit 2018 sitzt er im erweiterten Kirchenvorstand der Gemeinde. Doch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge lehnte seinen Asylantrag ab, das Verwaltungsgericht Bayreuth bestätigte die Entscheidung.

Bleiberecht für den Betroffenen?

Das Dekanat versucht nun, ein Bleiberecht für den Betroffenen zu erwirken. "Er wäre bereit, freiwillig auszureisen", schlägt Saalfrank vor. In einem Nachbarland Afghanistans könne er dann in der deutschen Botschaft ein Visum für seine Ausbildung beantragen und nach Deutschland zurückkehren. Ein Handwerksbetrieb habe ihm schon einen Ausbildungsplatz versprochen.

Es sei wichtig, "den Weg über ein Visumverfahren weiter zu gehen", heißt es dazu aus dem Ministerium. "Die Zentrale Ausländerbehörde wird diesen Weg konstruktiv und engmaschig begleiten."

Titelfoto: Susann Prautsch/dpa

Mehr zum Thema Flüchtlingspolitik:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0