Apotheker in NRW warnen vor Ansturm auf digitalen Impfnachweis

Köln - Große Nachfrage kurz vor Ferienstart, erheblicher Beratungsbedarf und noch dazu relativ wenige Anlaufpunkte: Die Apotheker warnen vor einem Ansturm auf den neuen digitalen Corona-Impfnachweis.

Ein klassischer ausgedruckter Impfpass ist Standard. Der digitale Impfpass soll zusätzlich kommen.
Ein klassischer ausgedruckter Impfpass ist Standard. Der digitale Impfpass soll zusätzlich kommen.  © Christopher Neundorf/dpa

"Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger, nicht gleich am Montag die Apotheken zu stürmen", erklärten die Apothekerverbände und -kammern in Nordrhein-Westfalen am Freitag.

Von kommendem Montag an werde ein Teil der Apotheken vollständig gegen Corona geimpften Personen den digitalen Impfnachweis ausstellen.

Apotheken, die diese Leistung bereits kurzfristig anbieten könnten, seien für Interessierte ab der kommenden Woche auf dem Portal www.mein-apothekenmanager.de zu finden.

Der analoge gelbe Impfausweis behalte aber seine Gültigkeit, unterstrichen die Apotheker.

"Das kommt alles sehr kurzfristig. Maximal zehn Prozent der Apotheken können am Montag starten", sagte Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland
(RND).

Preis rechnet demnach mit einem enormen Andrang in den Apotheken: "Wir haben jetzt schon Vorreservierungen in vielen Apotheken in dreistelliger Höhe und die kommen auch am Montag."

Es gebe einen erheblichen Beratungsbedarf in allen Altersgruppen bezüglich der Nutzung des digitalen Impfpasses per App. "Es geht gar nicht ohne zusätzliches Personal in den meisten Apotheken, weil der Ansturm sehr groß sein wird und der Vorgang sehr zeitintensiv ist."

Die Grafik zeigt den geplanten Ablauf für den Erhalt des digitalen Impfausweises.
Die Grafik zeigt den geplanten Ablauf für den Erhalt des digitalen Impfausweises.  © Grafik dpa A. Brühl, Redaktion: J. Schneider

Digitaler Impfausweis ist freiwillige Ergänzung

Der neue digitale Corona-Impfnachweis wird in Nordrhein-Westfalen zunächst nur an wenigen Orten zu bekommen sein.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen erklärten am Donnerstag, dass in den Arztpraxen und Impfzentren noch keine elektronischen Impfzertifikate ausgestellt werden könnten. Damit bleibt zumindest am Anfang für vollständig Geimpfte nur der Weg über die Apotheken.

Der digitale Impfnachweis, für den ein QR-Code erstellt wird, ist eine freiwillige Ergänzung des weiter gültigen gelben Impfheftes aus Papier. Deutschland setzt damit ein Vorhaben der Europäischen Union um.

Dafür wurden einheitliche Details eines Zertifikats vereinbart, mit dem man Impfungen, Tests und überstandene Covid-19-Infektionen nachweisen kann. Das soll zur Sommerferienzeit das Reisen erleichtern.

Titelfoto: Christopher Neundorf/dpa

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