Erschöpfung macht sich breit: Anzahl der Pflegekräfte stieg 2020 an, doch Personalnot bleibt

Düsseldorf – Positive Meldung in kritischen Zeiten: Die Zahl der Beschäftigten in Pflegeberufen ist in Nordrhein-Westfalen im Corona-Jahr 2020 gestiegen.

Gerade in den letzten Monaten machten Pflegekräfte immer wieder darauf aufmerksam, wie wichtig ihnen mehr Personal und eine angemessene Bezahlung sind. (Symbolfoto)
Gerade in den letzten Monaten machten Pflegekräfte immer wieder darauf aufmerksam, wie wichtig ihnen mehr Personal und eine angemessene Bezahlung sind. (Symbolfoto)  © Christophe Gateau/dpa

Nach den aktuellsten Daten vom September 2020 waren insgesamt gut 393.700 Beschäftige in der Gesundheits- und Altenpflege tätig, wie die NRW-Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag berichtete.

Das waren rund 10.500 Personen oder 2,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, hieß es zum Internationalen Tag der Pflege an diesem Mittwoch.

Seit 2016 stieg die Zahl der Beschäftigten in den Pflegeberufen in NRW um gut 53.000 Personen oder 15,8 Prozent. Es bestehe aber nach wie vor ein großer Bedarf an mehr Fachkräften.

Im April 2021 seien auf fast 5500 Stellenangebote für Fachkräfte in den Pflegeberufen nur 2740 Bewerberinnen und Bewerber gekommen.

Erschöpfung macht sich breit

Beschäftigte aus Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen werden am Mittwoch in einem bundesweiten Aktionstag ihren Forderungen nach besserer Personalausstattung und angemessener Bezahlung Nachdruck verleihen, kündigte die Gewerkschaft Verdi an. Auch in NRW werde man der Gesundheitspolitik die "Rote Karte" zeigen.

"Die Beschäftigten in den Kliniken sind erschöpft. Sie arbeiten seit Monaten am Anschlag, um die Menschen in der Pandemie bestmöglich zu versorgen", betonte ein Verdi-Sprecher. Auch in der Altenpflege sei die Lage angesichts der Personalnot extrem angespannt. Trotz aller bisherigen Beschlüsse und Ankündigungen sei von Entlastung in Kliniken und Pflegeheimen nichts zu spüren. Sogar das Gegenteil sei der Fall.

Mit Blick auf den Nachwuchs hieß es, die Pandemie habe Missstände in der Ausbildung noch deutlicher aufgezeigt.

Titelfoto: Christophe Gateau/dpa

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