Hält Spahn Wort? Deutschland mit massivem Pflegekräfte-Anstieg: Woran liegt's wirklich?

Berlin - Die Zahl der Pflegekräfte in Krankenhäusern ist nach einem Medienbericht in der Corona-Pandemie deutlich gestiegen: von Oktober 2019 bis Oktober 2020 um 18.500.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) wollte mehr Pflegepersonal. Das ist jetzt da.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) wollte mehr Pflegepersonal. Das ist jetzt da.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag) unter Berufung auf eine Auswertung der Bundesagentur für Arbeit berichtet, arbeiteten im Herbstmonat des vergangenen Jahres in den Kliniken insgesamt 710.663 Pflegerinnen und Pfleger.

"Darunter sind Neueinsteiger und Rückkehrer sowie Pflegekräfte aus dem Ausland. Wir haben jeden eingesetzt, den wir bekommen konnten", sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, dem RND.

Nach seiner Einschätzung wird sich der steigende Trend fortsetzen. "Aus dem Ausland erwarte ich in den kommenden Monaten einen weiteren Schub an Pflegekräften", sagte Gaß.

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Denn wegen der Pandemie hätten viele Pflegekräfte, die gerne in Deutschland arbeiten möchten, nicht einreisen können.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) hatte sich 2017 zu Amtsantritt insbesondere für bessere Arbeitsbedingungen sowie besseren Verdienst für Pflegekräfte auf die Fahnen geschrieben.

Das sollte dazu beitragen, Berufe in dieser Branche lukrativer zu machen und somit einen erheblichen Anstieg an Personal zu schaffen.

Trend war bereits absehbar, Pandemie jedoch als Pflege-Zwangsmaschine?

Eine Pflegerin (l.) und eine Bewohnerin des Pflegeheims.
Eine Pflegerin (l.) und eine Bewohnerin des Pflegeheims.  © Tom Weller/dpa

Die Bundesagentur hatte auf den Trend bereits im März hingewiesen, hatte da aber noch keine Zahlen für 2020 vorliegen.

Sie hatte mit dem Hinweis auf die Entwicklung in Deutschland Angaben des Weltbunds der Krankenschwestern und Krankenpfleger (ICN) in Genf relativiert, der mitgeteilt hatte, dass der Druck der Corona-Pandemie zahlreiche Pflegekräfte in aller Welt zur Aufgabe ihres Berufs zwinge.

Der Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) hatte vor einer ähnlichen Entwicklung in Deutschland gewarnt.

Titelfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa, Tom Weller/dpa

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