Kein Urlaub, weniger Sport, viele Freizeiteinrichtungen zu: Diese Lockdown-Regeln gelten ab heute!

Berlin - Jetzt Einschränkungen hinnehmen, um sich an Weihnachten wieder treffen zu können - das ist das Ziel der einschneidenden Corona-Maßnahmen, die am heutigen Montag in Kraft treten und bis Monatsende gelten sollen. Die Bundesländer haben die meisten Bund-Länder-Beschlüsse eins zu eins übernommen. Es gibt aber auch feine Unterschiede zwischen den Ländern. Hier ein Überblick.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66) setzt ihre Gesichtsmaske auf am Ende einer Pressekonferenz im Kanzleramt nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66) setzt ihre Gesichtsmaske auf am Ende einer Pressekonferenz im Kanzleramt nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie.  © dpa/Reuters Pool/Fabrizio Bensch

In der Öffentlichkeit dürfen sich nur noch Angehörige von zwei Haushalten treffen - maximal zehn Personen. Feiern in Wohnungen und privaten Einrichtungen werden als "inakzeptabel" bezeichnet.

In Bayern gelten diese Regeln explizit auch für Treffen im privaten Raum.

Die Beschränkung auf zwei Haushalte und maximal zehn Personen im privaten Raum gilt auch in Baden-Württemberg.

In Berlin sind Kinder bis zwölf Jahren von der Regel, dass sich nur noch Angehörige von zwei Haushalten und maximal zehn Personen treffen dürfen, ausgenommen.

Außerhalb der eigenen Wohnung dürfen sich in Bremen maximal fünf Personen treffen, ausgenommen sind Zusammenkünfte von Personen aus zwei Haushalten.

In Hamburg gibt es Ausnahmen bei der Zahl der Haushalte nur für sogenannte Patchwork-Familien und für Kinder unter zwölf Jahren.

In Sachsen dürfen sich Angehörige von zwei Haushalten treffen oder ein Hausstand und fünf weitere Personen - auch aus verschiedenen Hausständen.

Diese Regeln gelten nun in der Gastronomie

Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen werden geschlossen. 

Erlaubt sind weiter Lieferdienste und Essen zum Mitnehmen. Auch Kantinen dürfen öffnen.

Diese Sportarten sind verboten, diese erlaubt

Joggen ist unter anderem weiterhin erlaubt. Fitnessstudios bleiben in ganz Deutschland jedoch geschlossen.
Joggen ist unter anderem weiterhin erlaubt. Fitnessstudios bleiben in ganz Deutschland jedoch geschlossen.  © dpa/Hauke-Christian Dittrich

Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbäder werden geschlossen. Der Amateursportbetrieb wird eingestellt, Vereine dürfen also nicht mehr trainieren. Individualsport, also etwa alleine oder zu zweit joggen, ist weiter erlaubt. Profisport wie die Fußball-Bundesliga ist nur ohne Zuschauer zugelassen.

Für Kinder bis zwölf Jahren ist in Berlin weiter Training an der frischen Luft in festen Gruppen von bis zu zehn Personen möglich.

Mecklenburg-Vorpommern erlaubt Kindern und Jugendlichen grundsätzlich, weiter zu trainieren. Die Entscheidung dazu soll auf kommunaler Ebene je nach Infektionsgeschehen getroffen werden.

In Thüringen werden Bäder zwar geschlossen, allerdings darf weiter Schulschwimmunterricht gegeben werden.

Das passiert mit Freizeiteinrichtungen

Die Ränge und auch die Bühne im Opernhaus im Staatstheater Nürnberg bleiben vorerst leer.
Die Ränge und auch die Bühne im Opernhaus im Staatstheater Nürnberg bleiben vorerst leer.  © dpa/Daniel Karmann

Freizeiteinrichtungen werden geschlossen. Dazu gehören Theater, Opern, Konzerthäuser, Messen, Kinos, Freizeitparks, Saunen, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen, Tanzschulen und Bordelle. Alle Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden untersagt.

In Bayern werden Veranstaltungen aller Art werden untersagt. Ausgenommen sind lediglich Gottesdienste und Demonstrationen.

Berliner Außenanlagen von Zoos oder Tierparks bleiben geöffnet.

In Nordrhein-Westfalen werden Zoos und Tierparks bis Ende November geschlossen. Auch Martinsumzüge sind verboten.

Indes können in Sachsen-Anhalt Tierparks, Zoos und Botanische Gärten im November weiter besucht werden.

Thüringer Zoos und Tierparks können noch Besucher empfangen - allerdings nur in den Außenbereichen. Eine Sonderregelung gibt es auch für Museen, die zumindest für entgeltfreie, bildungsbezogene Angebote öffnen können.

Das ist bei Reisen zu beachten

Besucher verlassen die Insel Sylt und gehen zu einem Zug.
Besucher verlassen die Insel Sylt und gehen zu einem Zug.  © dpa/Bodo Marks

Die Bürger sollen auf private Reisen, Tagesausflüge und Verwandtenbesuche verzichten - auch im Inland. Hotels und Pensionen dürfen keine Touristen mehr aufnehmen.

Touristen müssen Hotels in Bayern spätestens am Vormittag des heutigen Montages verlassen.

In Brandenburg dürfen ab kommenden Montag keine Touristen mehr aufgenommen werden. Touristen, die sich bereits in Hotels in aufhalten, müssen bis Mittwoch abreisen.

Touristen in Mecklenburg-Vorpommern müssen spätestens bis zum 5. November abreisen. Grundsätzlich dürfen vom 2. November an für den restlichen Monat keine Gäste mehr für touristische Zwecke aufgenommen werden.

Urlauber, die bereits vor dem 2. November in Niedersachsen angereist sind, müssen ihren Aufenthalt nicht abbrechen.

Schleswig-Holsteins Touristen müssen bis spätestens Montag abreisen. Für Inseln und Halligen gilt eine Frist bis zum 5.11.

So steht es um Dienstleistungen

Friseure dürfen weiter arbeiten.
Friseure dürfen weiter arbeiten.  © Max Patzig

Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tattoo-Studios werden geschlossen, weil hier der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Medizinisch notwendige Behandlungen etwa beim Physiotherapeuten oder Fußpflege sind weiter möglich. Auch Friseure bleiben geöffnet.

In Sachsen-Anhalt sollen alle Dienstleistungsbetriebe der Körperpflege offen bleiben, auch Kosmetiker und Sonnenstudios.

Nicht nur Friseursalons, sondern auch Kosmetik- und Nagelstudios dürfen in Thüringen bei Einhaltung der Hygienekonzepte weiter öffnen.

Haben Supermärkte normal geöffnet?

Der Einzelhandel bleibt geöffnet - eingelassen werden darf aber nicht mehr als ein Kunde pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche.

Kinder dürfen weiter Schulen und Kitas besuchen

Spielzeug liegt in einer Kindertagesstätte auf dem Boden. Kinder werden weiterhin versorgt.
Spielzeug liegt in einer Kindertagesstätte auf dem Boden. Kinder werden weiterhin versorgt.  © dpa/Monika Skolimowska

 Schulen und Kindergärten bleiben offen. Genauso Einrichtungen der Sozial- und Jugendhilfe.

In Berlin sollen Bibliotheken sowie Musikschulen geöffnet bleiben. Die Bezirke entscheiden, ob auch Spielplätze offen bleiben.

Bibliotheken in Sachsen sollen offen bleiben.

In Sachsen-Anhalt sollen auch etwa Bibliotheken, Archive, Volkshochschulen, Fahrschulen und Musikschulen offen bleiben.

Auch in Thüringen bleiben Volkshochschulen, Fahrschulen, Musik- und Jugendkunstschulen sowie Bibliotheken weiter offen.

In Nordrhein-Westfalen sind Konzerte und Aufführungen verboten. Der zur Berufsausübung zählende Probebetrieb ist aber weiterhin zulässig.

Darf man noch arbeiten gehen?

Überall, wo das möglich ist, soll wieder von zu Hause gearbeitet werden.

So wird betroffenen Firmen geholfen

Betriebe, Selbstständige und Vereine, die von den neuen Corona-Regeln besonders betroffen sind, bekommen große Teile ihres Umsatzausfalls ersetzt. 

Bei Firmen mit maximal 50 Mitarbeitern gleicht der Bund 75 Prozent aus, bei größeren wird nach EU-Beihilferecht entschieden.

Ein Antrag auf Gewährung einer Soforthilfe wird ausgefüllt.
Ein Antrag auf Gewährung einer Soforthilfe wird ausgefüllt.  © dpa/Carsten Rehder

Hier können sich Risikogruppen schnell testen lassen

In Krankenhäusern, Pflegeheimen, Senioren- und Behinderteneinrichtungen sollen zügig Schnelltests eingesetzt werden.

Titelfoto: Montage: dpa/Carsten Rehder, dpa/Bodo Marks, dpa/Hauke-Christian Dittrich

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