"Kein weiterer Lockdown": Um dies zu erreichen, will Altmaier in Cafés impfen

Berlin - Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (63, CDU) macht in einem Interview mit der Bild Hoffnung. Einen weiteren Lockdown wegen des Coronavirus will er vermeiden.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (63, CDU) will keinen weiteren Lockdown in Deutschland.
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (63, CDU) will keinen weiteren Lockdown in Deutschland.  © dpa/Bernd von Jutrczenka

Der Minister sagte: "Wir müssen und werden einen neuen Lockdown verhindern." Diese neuerliche Maßnahme wäre für viele Geschäfte und Restaurants "verheerend", so Altmaier weiter.

"Als Wirtschaftsminister sage ich auch: Wir müssen die Impfkampagne noch einmal stark beschleunigen", ist seine Forderung. Seiner Meinung nach sollten Impfungen überall dort angeboten werden, wo Menschen aufeinander treffen.

"Mobile Impfteams sollten Menschen in Cafés und Gaststätten ansprechen und direkt vor Ort impfen."

Belohnungen für die Spritzen findet er indes ungerecht. Vor allem denen gegenüber, die sich bereits impfen ließen.

"Wir müssen vielmehr die grausame Realität von Corona deutlicher zum Ausdruck bringen." Er stellt sich dazu Warnhinweise vor, ähnlich wie die Krebs-Warnungen auf Zigarettenschachteln. "Jedem muss klar sein: Wenn ich mich nicht impfen lasse, bin ich in Lebensgefahr", erklärt der CDU-Politiker.

Und weiter: "Ein schnörkelloser Hinweis auf die eigene Lebensgefährdung bewirkt mehr für die Impfbereitschaft als Goodies oder Geschenke wie bei einer Kaffeefahrt."

"Großbritannien nicht zum Vorbild nehmen"

Die Briten freuen sich: Sie konnten das EM-Finale schon im proppenvollen Wembley-Stadion verfolgen. Ab Montag fallen alle Corona-Maßnahmen.
Die Briten freuen sich: Sie konnten das EM-Finale schon im proppenvollen Wembley-Stadion verfolgen. Ab Montag fallen alle Corona-Maßnahmen.  © dpa/AP/Pool Reuters/Carl Recine

Ab dem morgigen Montag werden in England alle Corona-Maßnahmen gestoppt - und das, obwohl die Inzidenz derzeit bei 441,4 liegt. Altmaier will sich daran nicht orientieren. "Wir sollten uns die britischen Infektionszahlen und das übervolle Wembley-Stadion nicht zum Vorbild nehmen", sagte er im Bild-Interview.

"Aber Tatsache ist", so der Wirtschaftsminister, "dass Geimpfte oder Jüngere bei einer Infektion meist gar keine Symptome haben."

Da die Intensivbetten-Kapazität noch lange nicht ausgeschöpft sei und keine Überlastung des Gesundheitssystems drohe, "gibt es keinen Grund für neue Maßnahmen oder gar einen Lockdown".

Titelfoto: dpa/Bernd von Jutrczenka

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