Lockdown: Wie geht's nach dem 10. Januar weiter?

Berlin - Deutschlands Lockdown wird verlängert. Das ist nach ersten Gesprächen der Länderchefs am Wochenende so gut wie sicher. Doch über die Auslegung der Regeln gibt es Streit. Vor allem über die Länge des Lockdowns und die Öffnung von Schulen herrscht Uneinigkeit.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) will vorsichtig agieren.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) will vorsichtig agieren.  © dpa/Peter Kneffel

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) plädierte in "BamS" für eine Verlängerung der Beschränkungen: "Der Lockdown muss bis Ende Januar verlängert werden. Vorschnelle Lockerungen würden uns wieder weit zurückwerfen."

Dieser Meinung sind vor allem die Länder, die ebenfalls stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen sind. Andere, mit niedrigeren Infektionszahlen, wollen sich auf nur zwei Wochen festlegen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) sagte: "Es ist uns in Deutschland gelungen, durch den Lockdown im Dezember den rapiden Anstieg der Neuinfektionen abzubremsen. Allerdings dürfen wir uns nicht in einer falschen Sicherheit wiegen."

Man befinde sich in der härtesten Phase der Pandemie und die Erfahrungen der Nachbarn zeigten, dass frühes Lockern zu einem sprunghaften Anstieg der Infektionen führt.

Schulen sorgen wohl weiterhin für hitzige Diskussionen unter Gesundheitsexperten

Auf dem Dresdner Neumarkt wird wohl noch eine ganze Weile die Tristesse vorherrschen.
Auf dem Dresdner Neumarkt wird wohl noch eine ganze Weile die Tristesse vorherrschen.  © dpa/ZB/Sebastian Kahnert

"Ich plädiere statt einem Hü und Hott zwischen Lockerungen und Beschränkungen dafür, konsequent zu sein und Nervenstärke zu haben", sagte er. "Eine Verlängerung des Lockdowns in Sachsen bis mindestens Ende Januar ist daher unvermeidbar."

Beim Thema Schulen wird es am morgigen Dienstag, wenn die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) über das weitere Vorgehen beraten, hitzige Diskussionen geben.

Von einer weiteren Schließung, von einem Vorziehen der Winterferien und einem Wechsel- oder Distanzunterricht in den höheren Klassen steht alles Mögliche im Raum.

Für den heutigen Montag ist nach Informationen der "WamS" ein erstes Gespräch von Merkel, den Länderchefs und fünf Experten geplant. Dabei geht es um die Infektionslage nach den Feiertagen und die Gefahr einer Virusmutation. Mit dabei: Virologe Christian Drosten (48), RKI-Chef Lothar Wieler (59), Michael Meyer-Hermann (54) vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Physikerin Viola Priesemann (39) und Charité-Boss Heyo Kroemer (60).

Willkommen in der Einöde: Ein Schild mit einer Erinnerung an die Maskenpflicht empfängt die Leipziger am Eingang der Grimmaischen Straße.
Willkommen in der Einöde: Ein Schild mit einer Erinnerung an die Maskenpflicht empfängt die Leipziger am Eingang der Grimmaischen Straße.  © dpa/zb/Hendrik Schmidt

Auch die Kultusminister wollen schon heute beraten.

Titelfoto: Montage: dpa/zb/Sebastian Kahnert, dpa/Peter Kneffel

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