Neue Corona-Verordnung für NRW: Diese Ausnahmen gelten ab Montag für negativ Getestete

Düsseldorf/NRW - Nordrhein-Westfalen zieht infolge der dritten Corona-Welle die Zügel an, die vereinbarte Notbremse wird allerdings wieder gelockert. Im verschärften Lockdown gibt es diesmal Ausnahmen - und zwar für Menschen mit negativem Test. Die neue Corona-Schutzverordnung gilt bis zum 18. April.

Eine Frau wartet vor einem Geschäft in der Kölner Fußgängerzone. Trotz rasant steigender Corona-Zahlen gilt in NRW ab Montag (29. März) eine neue Schutzverordnung mit Ausnahmen für negativ Getestete.
Eine Frau wartet vor einem Geschäft in der Kölner Fußgängerzone. Trotz rasant steigender Corona-Zahlen gilt in NRW ab Montag (29. März) eine neue Schutzverordnung mit Ausnahmen für negativ Getestete.  © Oliver Berg/dpa

NRW wird trotz rasant steigender Corona-Zahlen ab Montag (29. März) die Notbremse nur in Kommunen mit besonders hohem Infektionsgeschehen ziehen. Zugleich dürfen die betroffenen Kreise und kreisfreien Städte Ausnahmen für Menschen mit tagesaktuellem negativem Schnelltest erlauben. Das hatte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (63, CDU) am Freitag angekündigt.

Die betroffenen Kommunen mit einer Wocheninzidenz über 100 haben die Wahl: Entweder sie schließen gemäß der vereinbarten Notbremse unter anderem Läden, Sportstätten und Kultureinrichtungen wieder. Oder sie erlauben Personen mit negativem Testergebnis unter Auflagen den Zutritt.

Der Corona-Test muss von einer zugelassenen Teststelle schriftlich oder digital bestätigt sein und mitgeführt werden.

Auch in Hochinzidenz-Gebieten über 200 sei die Test-Option möglich, sagte Laumann. Es gebe inzwischen fast 5000 zugelassene Testzentren in NRW. Den Menschen solle auch "ein praktischer Anreiz" gegeben werden, sich testen zu lassen. Damit könnten auch unerkannte Corona-Infizierte frühzeitig herausgefiltert werden.

Nach der neuen Corona-Schutzverordnung treten ab Montag folgende Regelungen in Kraft.

Mit einem negativen Test könnten die Menschen in den betroffenen NRW-Kommunen wieder mit Termin in den Baumarkt, in Geschäfte oder in den Zoo gehen. (Archivbild)
Mit einem negativen Test könnten die Menschen in den betroffenen NRW-Kommunen wieder mit Termin in den Baumarkt, in Geschäfte oder in den Zoo gehen. (Archivbild)  © Henning Kaiser/dpa

Öffnungen bei Test-Option

Mit einem negativen Test könnten die Menschen in den betroffenen Kommunen wieder mit Termin in den Baumarkt, in Geschäfte oder mit den Kindern in den Zoo gehen. Erlaubt sind auch Zutritt von Bibliotheken, Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten so wie auch körpernahe Dienstleistungen wie Gesichtskosmetik. Auflagen wie Desinfektion, Abstand und Maskenpflicht bleiben aber weiter bestehen.

Kontaktbeschränkungen

Über das Osterwochenende werden die Kontaktbeschränkungen auch in Regionen mit hoher Corona-Inzidenz gelockert. Von Gründonnerstag bis Ostermontag (1. bis 5. April) dürfen sich landesweit unabhängig vom örtlichen Infektionsgeschehen fünf Personen aus zwei Haushalten treffen, heißt es in der Corona-Schutzverordnung. Kinder bis 14 Jahren werden nicht mitgerechnet. Außer an Ostern gilt aber in Kommunen mit einer Inzidenz über 100, dass sich Menschen aus einem Hausstand nur mit einer weiteren Person im öffentlichen Raum treffen dürfen.

Friseure

Friseure und medizinische Fußpflege fallen nicht unter die Corona-Notbremse. Sie bleiben weiter geöffnet. Ein negativer Test ist Laumann zufolge in Kommunen mit einer Inzidenz über 100 nicht nötig.

Gastronomie

Die Gastronomie bleibt weiter geschlossen. Die Test-Option erstreckt sich laut Laumann nicht auf die Gastronomie. Das gebe die Corona-Schutzverordnung nicht her. Er verwies auf weitergehende Öffnungskonzepte, die im Rahmen der geplanten Modellregionen möglich seien.

Große Festveranstaltungen wie Volksfeste oder Schützenfeste sind in NRW noch bis mindestens 31. Mai verboten. (Archivbild)
Große Festveranstaltungen wie Volksfeste oder Schützenfeste sind in NRW noch bis mindestens 31. Mai verboten. (Archivbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Volksfeste

Große Festveranstaltungen wie Volksfeste oder Schützenfeste sind in NRW noch bis mindestens 31. Mai verboten. Die Konkretisierung schafft Planungssicherheit für viele Vereine, die sonst im Frühjahr ihre Schützenfeste abgehalten hätten.

Sonnenstudios

Ab dem 29. März ist der Betrieb von Sonnenstudios in NRW wieder erlaubt. Wie bei anderen körpernahen Dienstleistungen müssen allerdings die Vorgaben der Notbremse beachtet werden. Laumann begründete die Änderung mit entsprechenden Gerichtsurteilen.

Schwimmunterricht

NRW lässt Schwimmunterricht für Kinder unter Auflagen wieder zu. Ab Montag dürfen Kurse für Schwimm-Anfänger und Kleinkinder wieder stattfinden - allerdings mit höchstens fünf Kindern pro Gruppe.

NRW lässt Schwimmunterricht für Kinder unter Auflagen wieder zu. Ab Montag (29. März) dürfen Kurse für Schwimm-Anfänger und Kleinkinder wieder stattfinden. (Archivbild)
NRW lässt Schwimmunterricht für Kinder unter Auflagen wieder zu. Ab Montag (29. März) dürfen Kurse für Schwimm-Anfänger und Kleinkinder wieder stattfinden. (Archivbild)  © picture alliance / Rolf Vennenbernd/dpa

NRW will weitergehende Öffnungen in Modellregionen erproben

NRW will gemäß Bund-Länder-Beschluss in etwa einem halben Dutzend Modellregionen weitergehende Öffnungen mit strengem Schutz- und Testkonzept erproben. Laumann dementierte einen Medienbericht, wonach das Land die Regionen bereits ausgewählt habe.

Die SPD im Landtag lehnte die Pläne für Modellkommunen ab und plädiert stattdessen für einen landesweiten "Test-Roll-out". Eine flächendeckende Test-Infrastruktur sei der beste Weg aus dem Lockdown, erklärte Fraktionschef Thomas Kutschaty (52).

Die Grünen forderten eine wissenschaftliche Begleitung der Modellprojekte.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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