Nordrhein-Westfalen führt Testpflicht an Schulen ein

Düsseldorf - Nordrhein-Westfalen führt nach den Osterferien eine Testpflicht für Schülerinnen und Schüler ein.

Nach den Osterferien führt Nordrhein-Westfalen eine Testpflicht für Schülerinnen und Schüler ein.
Nach den Osterferien führt Nordrhein-Westfalen eine Testpflicht für Schülerinnen und Schüler ein.  © Holger John/dpa-Zentralbild/dpa

"Verpflichtende Selbsttests als zusätzliche Sicherheit tragen dazu bei, das Dunkelfeld von symptomlos Erkrankten aufzuhellen und die weitere Ausbreitung der Pandemie zu verhindern. Sie sorgen dafür, dass der Schulbetrieb sicherer wird", begründete Schulministerin Yvonne Gebauer (54, FDP) am Donnerstag in Düsseldorf den Schritt.

Die Kinder und Jugendlichen aller Schulen sollen nach ihren Worten zwei Mal pro Woche Selbsttests durchführen.

Zuvor hatten bereits mehrere andere Bundesländer eine Testpflicht an den Schulen für die Zeit nach Ostern beschlossen. Die konkrete Ausgestaltung der Pflicht in NRW sowie die rechtlichen Grundlagen der Maßnahme würden derzeit auch im Austausch mit anderen Ländern finalisiert und rechtzeitig vor Schulbeginn bekanntgegeben, sagte Gebauer.

Sie betonte, Selbsttests würden in den Schulen gut angenommen und die Durchführung gelinge weitestgehend problemlos. Bereits vor den Ferien wurden die weiterführenden Schulen in NRW mit Selbsttests beliefert. Die Auslieferung werde auch in den Ferien nach den Ostertagen fortgesetzt und um den Kreis der Grund- und Förderschulen erweitert, betonte Gebauer.

Durch diese Vorkehrungen vor und in den Ferien werde sichergestellt, dass bei einem Schulstart nach den Osterferien für alle Schülerinnen und Schüler zwei Selbsttests pro Woche bereitstehen

Schüler sollen Test zu Hause machen können

Nach den Osterferien führt NRW eine Testpflicht für Schülerinnen und Schüler ein. Den Test sollten die Schüler zu Hause machen können. In der Schule könnten sie das Test-Set dann gegen ein frisches und vom Land bezahltes eintauschen.
Nach den Osterferien führt NRW eine Testpflicht für Schülerinnen und Schüler ein. Den Test sollten die Schüler zu Hause machen können. In der Schule könnten sie das Test-Set dann gegen ein frisches und vom Land bezahltes eintauschen.  © Holger John/dpa-Zentralbild/dpa

Ministerpräsident Armin Laschet (60, CDU) hatte eine mögliche Testpflicht für Schüler erst am Dienstagabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz" ins Spiel gebracht. Dort sagte er, man merke, dass Kinder viel stärker von Mutationen des Virus betroffen seien. "Deshalb brauchen wir da klare Regeln."

Mit seinem Vorstoß für eine Testpflicht, falls die Schulen öffnen sollten, rannte Laschet offene Türen ein: SPD, Grüne und Lehrerverband sind ebenfalls dafür. Die SPD will, dass ein negatives Testergebnis nach den Osterferien Voraussetzung für die Teilnahme am Präsenzunterricht ist.

Den Test sollten die Schüler aber zu Hause machen können, so SPD-Bildungsexperte Jochen Ott (46). In der Schule könnten sie das Test-Set dann gegen ein frisches und vom Land bezahltes eintauschen. "Schülerinnen und Schüler, die keinen Test durchführen wollen, bleibt die Teilnahme am Distanzunterricht", so Ott.

Auch der Präsident des NRW-Lehrerverbands, Andreas Bartsch, sprach sich dafür aus, dass die Schüler sich selbst zu Hause testen - und bei einem positiven Ergebnis dort bleiben. "Wir leben in einer Zeit von hoher Eigenverantwortung - da müssen auch die Schüler mal selbst ran", sagte er. Es sei nicht nachzuvollziehen, warum es in den Klassen eine Durchmischung von nicht-getesteten und getesteten Schülern geben solle, wenn das Ziel ein hoher Infektionsschutz sei.

Bereits in der vergangenen Woche hatte das NRW-Schulministerium angekündigt, dass es im bevölkerungsreichsten Bundesland nach den Osterferien zunächst keinen Regelbetrieb mit vollständigem Präsenzunterricht geben wird.

Sofern es das Infektionsgeschehen zulässt, sollen die Schulen zunächst für die Dauer von zwei Wochen in den Wechselunterricht starten.

Titelfoto: Holger John/dpa-Zentralbild/dpa

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