Schluss mit dem Impf-Debakel! Sorgen Merkel & Co. heute endlich für Klarheit?

Berlin - Am heutigen Montag trifft sich die Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten virtuell zum Corona-Gipfel. Dieses Mal geht's in der Videokonferenz aber weder um Lockerungen noch Lockdown.

Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) und ihre Regierung stehen wegen des langsamen Impfstarts mächtig unter Druck.
Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) und ihre Regierung stehen wegen des langsamen Impfstarts mächtig unter Druck.  © imago images/IPON

Montag dreht sich alles nur um ein Thema: das Impf-Debakel! Angela Merkel (66, CDU) will im Gespräch mit den Länderchefs für mehr Klarheit über Zeitpläne und verfügbare Impfstoffe sorgen. Die Erwartungen an den Gipfel sind hoch.

Bislang impft Deutschland im Schneckentempo. Viele Hersteller haben Produktions- und Lieferprobleme. Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) zeigte am Wochenende Verständnis für Frust, warb aber auch um Vertrauen: "Es kommen jede Woche Impfstoffe, und es werden auch mehr, Zug um Zug."

Doch die Unzufriedenheit der Bevölkerung, aber auch der Ministerpräsidenten, über die Situation wächst mit jedem Tag.

So beklagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (59, SPD), man habe nicht einmal für vier Wochen Lieferklarheit. "Die Mengen des Impfstoffs von Moderna sind um 20 Prozent gekürzt, die Ankündigungen von AstraZeneca stehen unter Änderungsvorbehalt. Auf dieser Basis können wir noch immer nicht verlässlich Impftermine vergeben", sagte Dreyer der "BamS".

Malu Dreyer (59, SPD), die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, beklagte, dass ihr Bundesland überhaupt keine Impf-Planungssicherheit hätte.
Malu Dreyer (59, SPD), die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, beklagte, dass ihr Bundesland überhaupt keine Impf-Planungssicherheit hätte.  © dpa/Andreas Arnold

"Die Städte erwarten keine vagen Versprechungen mehr, sondern eindeutige Antworten!"

Der Bund müsse klare Wege aufzeigen, wie die Impfstoff-Produktion beschleunigt werden könne, forderte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (62, SPD).
Der Bund müsse klare Wege aufzeigen, wie die Impfstoff-Produktion beschleunigt werden könne, forderte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (62, SPD).  © dpa/Julian Stratenschulte

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (62, SPD) will eine konkrete und realistische Strategie erstellt sehen. "Ich erwarte, dass die Bundesregierung einen verlässlichen nationalen Impfplan vorlegt", sagte der SPD-Politiker.

"Ankündigungen, die anschließend fortlaufend geändert werden, erschweren Ländern und Kommunen die Arbeit und verunsichern die Bürgerinnen und Bürger."

Dem schloss sich auch der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy (62), an: "Die Städte erwarten keine vagen Versprechungen mehr, sondern eindeutige Antworten."

Grünen-Chef Robert Habeck (51) forderte deswegen eine "Notimpfstoffwirtschaft", um mehr Vakzine zu produzieren. Alle Pharmakonzerne seien "unverzüglich ihren Fähigkeiten entsprechend in die Produktion einzubeziehen", verlangte Habeck.

Seit Beginn der Impfkampagne Ende Dezember wurden in Deutschland über 3,5 Millionen Dosen ausgeliefert und 2,2 Millionen Dosen gespritzt.

Gerda Müller (86, l.) aus Bad Nauheim wird in einem hessischen Impfzentrum von einer Ärztin mit dem Präparat von Biontech/Pfizer geimpft.
Gerda Müller (86, l.) aus Bad Nauheim wird in einem hessischen Impfzentrum von einer Ärztin mit dem Präparat von Biontech/Pfizer geimpft.  © DPA/Arne Dedert

Ob die Videokonferenz, an der auch mehrere Bundesminister, Impfstoffhersteller sowie Vertreter der EU-Kommission teilnehmen, wirklich für ein Beschleunigen sorgen kann, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

Titelfoto: Bildmontage: imago images/IPON, dpa/Andreas Arnold, dpa/Julian Stratenschulte

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