Spahn fordert: Parteienstreit runterfahren und in den Lockdown gehen

Berlin - Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) hat eindringlich für konsequente und bundeseinheitliche Maßnahmen gegen die steigenden Corona-Infektionszahlen geworben.

Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU, r.) und RKI-Präsident Lothar Wieler halten eine Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland.
Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU, r.) und RKI-Präsident Lothar Wieler halten eine Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland.  © Kay Nietfeld/dpa

"Ich empfehle uns allen, den Parteienstreit - Wahljahr hin oder her - herunterzufahren und uns auf das Wesentliche zu konzentrieren, die Bekämpfung der Pandemie", sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. "Es braucht einen Lockdown, um die aktuelle Welle zu brechen."

Eine Bund-Länder-Runde sei eigentlich das richtige Format, um neue Maßnahmen gegen das Coronavirus zu beschließen. "Aber wenn manche schon die Einschätzung der Lage nicht teilen, dann wird es natürlich schwierig", kritisierte Spahn.

Die für Montag geplante Bund-Länder-Runde zu verschieben und nur eine kurze Rücksprache zu halten, reiche angesichts der Infektionslage jedenfalls nicht aus.

Spahn betonte, die aktuellen Infektionszahlen seien bereits sehr hoch, spiegelten wegen der Oster-Feiertage aber womöglich noch nicht einmal das wirkliche Infektionsgeschehen wider. In den Krankenhäusern zeige sich, wie ernst die Situation tatsächlich sei.

Nach Daten vom Freitag haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI binnen eines Tages 25.464 Corona-Neuinfektionen gemeldet, gut 3500 mehr als vor einer Woche. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 296 neue Todesfälle verzeichnet, gut 60 mehr als vor einer Woche.

Das RKI geht jedoch davon aus, dass sich in den Ferien meist weniger Menschen testen lassen, was zu einer geringeren Meldezahl an die Gesundheitsämter führe.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

Mehr zum Thema Gesundheitspolitik:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0