"Strengste Corona-Regeln in Europa": Darum findet sie Lauterbach trotzdem gut

Berlin/Jerusalem - Die neuen Corona-Regeln für den Herbst und Winter findet selbst Gesundheitsminister Karl Lauterbach (59) hart – doch auch berechtigt. So argumentiert der SPD-Politiker.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) findet die neuen, strengen Corona-Regeln angebracht.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) findet die neuen, strengen Corona-Regeln angebracht.  © dpa/Christophe Gateau

"Tatsächlich hat Deutschland im Moment die strengsten Regeln", räumt Lauterbach im Gespräch mit RTL in Israel ein, fügt jedoch hinzu: "Das sind aber genau die Regeln, die wir benötigen, um das rechtzeitig in den Griff zu bekommen."

Der Bundesgesundheitsminister betont, dass die neuen Regeln eher "Möglichkeiten" seien, "kein Automatismus".

Ob sie umgesetzt werden oder nicht, liegt nun an den Bundesländern und ihren Regelungen vor Ort. "Zum Beispiel ist die Maskenpflicht im Innenraum jetzt möglich geworden durch das neue Gesetz. Aber wenn wir sehr wenig Fälle hätten, dann würde sie nicht umgesetzt", erklärt der SPD-Mann weiter.

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Seiner Ansicht nach wären in Deutschland nun europaweit die strengsten Regeln möglich. Doch das könnte sich schon bald ändern, wenn das geplante Vorhaben aufgeht und sich die Herbst-Welle damit vermeiden oder brechen lässt.

Lauterbach: "Ich glaube, dass andere europäische Länder, wenn die Fälle ansteigen sollten, auch noch strengere Regeln beschließen werden."

Karl Lauterbach: "Kann schwieriger Herbst werden"

In einigen Regionen werden bereits neue Impfstoffe verabreicht. Diese sind speziell auf die Omikron-Variante angepasst.
In einigen Regionen werden bereits neue Impfstoffe verabreicht. Diese sind speziell auf die Omikron-Variante angepasst.  © dpa/Jens Kalaene

"Es kann ein schwieriger Herbst werden", sagt der 59-Jährige zudem mit Blick auf die sinkende Kaufkraft und steigende Energiekosten. "Hätten wir dann auch noch massive Belastungen durch Corona und die Menschen einfach das Gefühl, da kommt alles zusammen, dann kann es schwierig werden."

Doch am Ende soll Deutschland ohne große Schäden aus der Situation herausgehen, hofft der Gesundheitsexperte: "Ich glaube, dass wir an dieser Herausforderung wachsen werden und dass wir zum Schluss sagen: Das waren schwere Zeiten, aber wir haben es geschafft."

Lauterbach hofft zudem darauf, dass es noch in dieser Woche eine Empfehlung für den neuen, auf Omikron angepassten Impfstoff gibt.

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Die Ständige Impfkommission (Stiko) und Pandemie-Arbeitsgruppe (Paiko) beraten sich "wahrscheinlich jetzt am Donnerstag" über die Aussprache einer Impf-Empfehlung mit den neuen Stoffen, die speziell für die Variante BA.1 optimiert sind.

Der SPD-Politiker sagt, "wir brauchen eine Empfehlung für die angepassten Impfstoffe, das ist ganz klar. Und ich glaube, die bekommen wir auch."

Titelfoto: dpa/Christophe Gateau

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