Versprechungen aus Corona-Zeiten "nur leeres Gewäsch"? Revolution der Pflege gefordert

Augsburg - Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (56, CSU) dringt darauf, die Corona-Krise für tiefgreifende Reformen in der Pflege zu nutzen.

Klaus Holetschek (56, CSU), Gesundheitsminister Bayerns, schlug eine steuerliche Freistellung aller Zuschläge der Pflegekräfte vor.
Klaus Holetschek (56, CSU), Gesundheitsminister Bayerns, schlug eine steuerliche Freistellung aller Zuschläge der Pflegekräfte vor.  © Sven Hoppe/dpa

"Wir brauchen eine Revolution in der Pflege", sagte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz der "Augsburger Allgemeinen" am Samstag.

"Wir brauchen nach der Bundestagswahl eine umfassende Pflegereform, und dafür muss der Staat viel mehr Geld in die Hand nehmen", betonte er. "Wenn wir jetzt nicht einen Ruck hinbekommen, dann wären alle Versprechungen aus Corona-Zeiten nur leeres Gewäsch."

Der CSU-Politiker schlug etwa bessere Bezahlung sowie eine steuerliche Freistellung aller Zuschläge der Pflegekräfte - etwa für Schichtdienste oder Sonntagsarbeit - vor.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU) hatte vor wenigen Tagen gesagt, die Regierung habe die Weichen für mehr Zeit und gute Bezahlung in der Pflege gestellt. Die Pflege bleibe aber eines der wichtigsten gesundheitspolitischen Themen. Die Corona-Pandemie hatte zusätzliche Belastungen für Pflegekräfte gebracht.

Nach Medienberichten denken viele darüber nach aufzugeben. Die CDU stellt seit Ende 2013 den Bundesgesundheitsminister.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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