Wegen Ausbreitung von Delta-Variante: Deutsche werden aus Portugal zurückgeholt

Von Jan-Uwe Ronneburger

Köln/Lissabon - Wegen der von Dienstag an geltenden Einstufung Portugals als Coronavirus-Variantengebiet will der deutsche Reiseanbieter Olimar mehrere Hundert Bundesbürger schnell zurückholen.

Wegen der starken Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus will der deutsche Reiseanbieter Olimar mehrere Hundert Bundesbürger aus dem Urlaub zurückholen.
Wegen der starken Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus will der deutsche Reiseanbieter Olimar mehrere Hundert Bundesbürger aus dem Urlaub zurückholen.  © Edson De Souza/TheNEWS2 via ZUMA Wire/dpa

Das Unternehmen aus Köln, das auf Portugal spezialisiert ist, habe seinen Gästen gleich nach der Mitteilung des Robert Koch-Instituts (RKI) eine rechtzeitige Rückkehr bis Montagabend angeboten, sagte Pascal Zahn von Olimar am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

"Etwa zehn Prozent unserer Gäste wollen ihren Urlaub jedoch eventuell verlängern", sagte Zahn.

Das RKI hatte Portugal wegen der Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante des Virus am Freitagabend zum Virusvariantengebiet erklärt - zunächst für zwei Wochen.

Dies bedeutet ein umfangreiches Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bus- und Bahnunternehmen. Sie dürfen Bundesbürger und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland aber zurückbringen.

Für diejenigen, die einreisen dürfen, gilt eine 14-tägige Quarantänepflicht. Sie kann nicht durch einen Test verkürzt werden und gilt auch für vollständig Geimpfte und Genesene.

Olimar biete allen, die einen gebuchten Portugal-Urlaub nun nicht mehr antreten wollten, andere Urlaubsorte oder eine Verschiebung der Reise an, sagte Zahn.

Die Lufthansa betonte, es seien vorerst keine Änderungen bei Flügen von und nach Portugal geplant.

Auf den Online-Portalen mehrerer Fluggesellschaften waren am Samstag nur noch wenige Plätze in Maschinen am Sonntag und Montag von Portugal nach Deutschland angezeigt.

Inzidenz in Portugal drastisch angestiegen

Blick auf die Altstadt Lissabons. Die Inzidenz in Portugal stieg innerhalb eines Tages von 128,6 auf 137,5 an.
Blick auf die Altstadt Lissabons. Die Inzidenz in Portugal stieg innerhalb eines Tages von 128,6 auf 137,5 an.  © Pedro Fiuza/Zuma Press/dpa

Mit 1604 neuen Corona-Ansteckungen binnen 24 Stunden wurde in Portugal am Freitag nach Angaben des Gesundheitsministeriums der höchste Wert seit Februar registriert.

Die Zahl der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner in 14 Tagen (14-Tage-Inzidenz) stieg auf 137,5. Am Vortag hatte sie 128,6 betragen. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC ist das der höchste Wert aller 30 erfassten Länder.

Zum Vergleich: In Deutschland beträgt der Wert 25. In Lissabon macht die Delta-Variante bereits mehr als 70 Prozent aller neuen Fälle aus.

Titelfoto: Edson De Souza/TheNEWS2 via ZUMA Wire/dpa

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