Wegen Corona-Mutation: Neue Grenzkontrollen zu Tschechien und Tirol!

Deutschland - Nach der Ausbreitung des mutierten Coronavirus in Tschechien und Teilen Österreichs hat die Bundesregierung neue Einreisebeschränkungen und Grenzkontrollen beschlossen.

Horst Seehofer (71, CSU), Bundesminister für Inneres, Heimat und Bau, entschied, ab Sonntag Binnengrenzkontrollen zu Tschechien einzuführen.
Horst Seehofer (71, CSU), Bundesminister für Inneres, Heimat und Bau, entschied, ab Sonntag Binnengrenzkontrollen zu Tschechien einzuführen.  © Bildmontage: Slavomír Kube/CTK/dpa & Bernd von Jutrczenka/dpa

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums wurden Tschechien und Tirol am Donnerstag als sogenannte Virusmutationsgebiete eingestuft.

Bundesinnenminister Seehofer (71, CSU) habe entschieden, ab Sonntag neben den seit der Flüchtlingskrise bestehenden Binnengrenzkontrollen zu Österreich auch an den Grenzen zu Tschechien vorübergehende Grenzkontrollen einzuführen, teilte ein Sprecher mit.

Die Bundesregierung stimme sich derzeit mit allen beteiligten Partnern ab, "insbesondere zu etwaigen Ausnahmetatbeständen und wird hierüber zeitnah informieren".

Die Wiedereinführung von Binnengrenzkontrollen sei erforderlich, um den Viruseintrag nach Deutschland möglichst zu unterbinden.

"Der Freistaat Bayern und der Freistaat Sachsen haben heute die Bundesregierung gebeten, Tirol und grenznahe Gebiete Tschechiens als Virusmutationsgebiete einzustufen und stationäre Grenzkontrollen vorzunehmen", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) der Süddeutschen Zeitung.

Unter den bislang als Virusmutationsgebiete eingestuften Staaten, für die ein Beförderungsverbot nach Deutschland gilt, ist bislang kein Nachbarland. Aus den bereits festgelegten Mutationsgebieten im Ausland dürfen derzeit fast nur noch Deutsche und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland einreisen.

Außerdem gibt es Sonderregeln für medizinisches Personal, Transit-Passagiere und den Warenverkehr.

Coronavirus-Variante bereits in Ostbayern Oberhand gewonnen

Markus Söder (54), CSU-Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, verkündet, dass Tschechien nun auch zum Virusvarianten-Gebiet werden soll.
Markus Söder (54), CSU-Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, verkündet, dass Tschechien nun auch zum Virusvarianten-Gebiet werden soll.  © Matthias Balk/dpa

Tschechien war bereits als Hochrisikogebiet eingestuft. Es solle nun - wie etwa Großbritannien - zum Virusvarianten-Gebiet erklärt werden, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU).

Reisende aus Tschechien müssen schon jetzt bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorlegen. Die Ausweisung als Virus-Variantengebiet würde die Reisemöglichkeiten noch weiter einengen.

Die ansteckendere Coronavirus-Variante aus Großbritannien hat nach Angaben Söder in einigen ostbayerischen Regionen bei Pendlern aus Tschechien bereits die Oberhand gewonnen. Der Anteil der mutierten Variante betrage bei positiven Fällen von Pendlern aus Tschechien bereits 40 bis 70 Prozent.

Sachsen hatte zuvor angesichts drastischer Corona-Zahlen in Tschechien bereits vor der Entscheidung der Bundesregierung eine deutliche Einschränkung des Pendlerverkehrs angekündigt (TAG24 berichtete).

Titelfoto: Bildmontage: Slavomír Kube/CTK/dpa & Bernd von Jutrczenka/dpa

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