Innenministerin schlägt Alarm: Faeser warnt vor Attacken auf Gas-Terminals!

Berlin - Die Sorge über Eskalationen wegen der Sparmaßnahmen und des Gas-Mangels wachsen - und zwar gewaltig! So sehr, dass Bundesinnenministerin Nancy Faeser (52) nun erklärte, dass Deutschland sich für "gezielte Attacken auf den Energiesektor" rüsten müsse. Die SPD-Politikerin warnte sowohl vor rechten als auch vor linken Extremisten.

Innenministerin Nancy Faeser (SPD, 52) während eines Besuchs bei den maritimen Einheiten der Bundespolizei in Neustadt.
Innenministerin Nancy Faeser (SPD, 52) während eines Besuchs bei den maritimen Einheiten der Bundespolizei in Neustadt.  © dpa/Rolf Vennenbernd

Die Stimmung ist angespannt. Selbst der Verfassungsschutz warnte kürzlich bereits vor einem "deutschen Wutwinter". Der Angriffskrieg auf die Ukraine und die mit den Sanktionen gegen Russland zusammenhängende Energiekrise lassen die Gemüter hochkochen.

Die Sorge über einige, zunehmend extremere Proteste, ist so sehr gewachsen, dass Innenministerin Faeser nun in der Bild am Sonntag eine Warnung aussprach: "Wir müssen gegen mögliche Attacken auf Gas-Terminals und andere kritische Infrastruktur gerüstet sein."

Auch wenn die 52-Jährige zwar nicht mit richtigen Aufständen rechnet, so sagte sie am Rande eines Besuchs bei den maritimen Einheiten der Bundespolizei in Neustadt doch, dass "gezielte Attacken auf den Energiesektor oder der Versuch von Extremisten, legitimen Protest zu missbrauchen wie in der Corona-Krise" möglich seien.

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"Wir sind alarmiert durch den Versuch von Links­extremisten, Klimaproteste zu instrumentalisieren. Das nehmen wir sehr ernst", erklärte Faser. "Auf der anderen Seite sehen wir natürlich auch weiter die Gefahr von rechts."

Faeser verzeichnet Erfolge bei der Abwehr russischer Cyberangriffe

"Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif", sagte Faeser.
"Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif", sagte Faeser.  © dpa/Christian Charisius

Auch sonst sorge der Krieg laut der Innenministerin aktuell für Bedrohungen innerer Strukturen und Sicherheiten. "Der russische Angriffskrieg in der Ukraine verändert auch unsere Sicherheitslage", so Faeser. Man müsse sich gegen "massive Desinformationskampagnen" und sonstige Cyberangriffe Russlands schützen.

"Unsere Sicherheitsbehörden leisten hier herausragende Arbeit. Putins Lügen verfangen nicht."

Seit Kriegsbeginn hätte es noch keinen erfolgreichen Cyberangriff auf deutsche Systeme gegeben – "auf andere europäische Staaten aber schon".

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Die Politikerin erinnerte, dass diese (Cyber-) Sicherheit einiges kosten würde. "Insgesamt müssen wir hier in den nächsten zehn Jahren etwa 20 Milliarden Euro investieren. Das ist viel Geld. Aber die russische Bedrohung bedeutet auch eine Zeitenwende in der inneren Sicherheit."

Titelfoto: dpa/Rolf Vennenbernd

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