NRW-Innenminister will Antisemitismus bei arabischstämmigen Zuwanderern bekämpfen

Berlin/Düsseldorf – Die antisemitischen Vorfälle in Deutschland häuften sich in den letzten Tagen. NRW-Innenminister Herbert Reul (68, CDU) machte dazu nun deutliche Ansagen.

Innenminister Reul (68, CDU) äußerte sich klar zu den antisemitischen Vorfällen und gab an, "ohne jegliche Toleranz" vorgehen zu wollen.
Innenminister Reul (68, CDU) äußerte sich klar zu den antisemitischen Vorfällen und gab an, "ohne jegliche Toleranz" vorgehen zu wollen.  © Federico Gambarini/dpa

Demnach mahnte er eine stärkere Sensibilisierung arabischstämmiger Zuwanderer an. Er frage sich, ob diese ausreichend dazu geschult würden, was den deutschen Staat und das besondere Verhältnis zu den Juden ausmache.

"Ich weiß gar nicht, ob das ausreichend passiert", sagte der CDU-Politiker am Montag im ZDF-Morgenmagazin. Wichtig sei, dafür zu sorgen, dass antisemitische Einstellungen gar nicht erst entstünden.

Reul forderte ein hartes Durchgreifen, wenn bei Demonstrationen antisemitische Parolen skandiert oder Symbole gezeigt würden. "Ich kann uns nur empfehlen, stark, eindeutig, klar, ohne jede Toleranz da einzusteigen und dagegen vorzugehen."

Die Polizei könne aber nur bei explizit verbotenen Handlungen eingreifen. Die antisemitischen und anti-israelischen Demonstrationen in mehreren Städten am Wochenende seien zum Teil wegen des Nicht-Einhaltens der Corona-Auflagen aufgelöst worden, weil diese Regeln für die Polizei leichter anzuwenden seien.

Niemandem sei es erlaubt mit Gewalt zu reagieren

Der SPD-Fraktions-Chef Rolf Mützenich (61) zeigt sich besorgt angesichts antisemitischer Parolen in Deutschland: "Es hat niemand ein Recht, auf Synagogen mit Parolen oder letztlich auch mit Gewalt zu reagieren", sagte er im Deutschlandfunk.

Zwar könne man nicht sagen, dass die Integration arabischer Minderheiten gescheitert sei. "Aber natürlich sind es gerade in einer solch aufgeheizten Situation die Gewaltbereiten, die dann natürlich auch die Situation beherrschen. Und das ist das Bittere."

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

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