Krankenkassen droht Rekordminus: Großer Beitragssprung als Folge?

Hamburg - Nächster Schock bei den Sozialversicherungen: Nach den Debatten um eine spätere Rente ist es nun die gesetzliche Krankenversicherung, die Sorgen bereitet. Nach einer Untersuchung des Iges Instituts droht ein Rekorddefizit.

Den Krankenkassen geht das Geld aus. (Symbolbild)
Den Krankenkassen geht das Geld aus. (Symbolbild)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Bis 2025 könnte es der Studie im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit zufolge 27,3 Milliarden Euro betragen. Die wachsende Finanzlücke bedrohe die Handlungsfähigkeit der gesetzlichen Krankenversicherung, teilte der Vorstandschef der DAK-Gesundheit, Andreas Storm, am Montag mit.

"Wenn jetzt nicht gehandelt wird, droht den Versicherten schon 2023 der historisch größte Beitragssprung." Der durchschnittliche Zusatzbeitrag könnte um 1,6 Prozentpunkte steigen.

Gründe für das drohende Milliarden-Defizit seien die Bekämpfung der Corona-Pandemie, die Gesetzgebung der Bundesregierung, höhere Kosten aufgrund des medizinisch-technischen Fortschritts und die demografische Entwicklung.

Storm forderte, die sogenannten versicherungsfremden Leistungen, zu denen etwa die beitragsfreie Mitversicherung von Kindern, Ehepartnern, Rentnern, aber auch das Erziehungs- und Mutterschaftsgeld gehören, stärker mit Steuergeld zu finanzieren. Der Iges-Studie zufolge steht versicherungsfremden Leistungen von rund 41 Milliarden Euro ein regulärer Bundeszuschuss von 14,5 Milliarden Euro gegenüber.

"Um die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung stabil zu halten, ist eine – ordnungspolitisch ohnehin gebotene – schrittweise Anhebung der Steuerfinanzierung versicherungsfremder Leistungen notwendig", betonte der DAK-Vorstandschef. Er appellierte an die künftige Bundesregierung, eine Definition versicherungsfremder Leistungen im Sozialgesetzbuch V aufzunehmen.

Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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