"Türken gestern ein Kick gegeben": Chat-Verläufe der suspendierten Kölner Polizisten aufgetaucht

Köln – Wegen der brisanten Vorgänge bei der Kölner Polizei kommt der Innenausschuss des Landtags am morgigen Donnerstag zu einer kurzfristig anberaumten Sitzung zusammen.

Wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt wird aktuell gegen mehrere Beamte der Polizei in Köln ermittelt. (Symbolbild)
Wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt wird aktuell gegen mehrere Beamte der Polizei in Köln ermittelt. (Symbolbild)  © 123rf/sanne198

Das teilte ein Sprecher des Landtags am Mittwoch auf Anfrage mit. Auf den Handys von Kölner Polizisten waren Chat-Nachrichten entdeckt worden, in denen sich Polizisten über mutmaßliche Gewalttaten ausgetauscht haben sollen.

In den Chats, deren Inhalt der Deutschen Presse-Agentur bestätigt wurde, sollen sich zwei Beamte für eine gemeinsame Streifenfahrt vorgenommen haben, dabei "nehmen wir auf jeden Fall jemanden fest und machen jemanden kaputt".

Ein Polizist schrieb nach einem Einsatz: "Hätte ich das gewusst, dass der so ein Hurensohn ist, hätte der mehr kassiert." Und: "Irgendwann kriegen wir den sicher nochmal." Zuvor hatte der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet.

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Er habe "dem Türken gestern ein Kick gegeben", soll einer der Polizisten nach einem Einsatz im Dezember 2020 geschrieben haben.

"Im Ernst, der ist hart geflogen. Schicke Dir morgen mal Bilder von seiner Fresse."

Tod eines Opfers könnte mit Gewalttaten zusammenhängen

Nach Angaben von NRW-Innenminister Herbert Reul (69, CDU), der die Sitzung beantragt hat, sind bereits fünf Beamte suspendiert worden. Die Ermittlungen waren nach dem Tod eines 59-Jährigen ins Rollen gekommen. In dem Zusammenhang wird gegen mehrere Beamte wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt ermittelt.

Sie werden verdächtigt, im vergangenen April übermäßig gewalttätig gegen den Mann vorgegangen zu sein. Die Kölner Staatsanwaltschaft hatte bereits mitgeteilt, dass es auch um eine mögliche Verabredung zur Anwendung von Gewalt gehe.

Bei der Auswertung der Handys hätten sich weitere Verdachtsmomente ergeben.

Titelfoto: 123rf/sanne198

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