Dresdner Bäume verlieren Blätter viel zu früh: Wie können wir unsere Bäume retten?

Dresden - 2019 starben in Dresden 480 Straßenbäume ab - alles Opfer der Dürre. "Das ist in etwa das Vierfache dessen, was in den letzten Jahren jährlich abgestorben ist. Ein Grund dafür ist sicherlich in den vorherrschenden klimatischen Bedingungen wie Hitze und Trockenheit zu suchen", so ein Stadtsprecher. Ohne Gießen und die Hilfe der Bürger geht das Baumsterben weiter.

Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (54, Grüne).
Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (54, Grüne).  © Christian Juppe

Mehr als 54. 000 Straßen- und über 25. 000 Bäume in Parks- und Grünanlagen prägen das Stadtbild. Sie produzieren Sauerstoff, spenden Schatten, sind Nahrungsquelle und Lebensraum für Tiere

Die aktuelle Dürre ist purer Stress für Linde & Co. Zu den Hitze-Opfern des vergangenen Jahres gehörten vor allem einheimische Baumarten wie Buche, Berg-Ahorn und Eberesche.

"Wir können als Stadt nicht alle Bäume wässern", stellt Dresdens Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (54, Grüne) fest. 

"Wir freuen uns deswegen, wenn Menschen mithelfen und diese Bäume gießen, am besten natürlich mit – so noch vorhanden – gesammeltem Regenwasser." 

Tipps zum Bäume-Gießen in der Stadt

Die Bäume haben Durst: Am Dresdner Stresemannplatz haben das Clara Hanitzsch (16, v.l.n.r.), Friederike Fischer (17), Henriette Mehn (23) gesehen und zur Gießkanne gegriffen.
Die Bäume haben Durst: Am Dresdner Stresemannplatz haben das Clara Hanitzsch (16, v.l.n.r.), Friederike Fischer (17), Henriette Mehn (23) gesehen und zur Gießkanne gegriffen.  © Norbert Neumann

Mit Freude registriert man auch im Rathaus, dass in der Gegenwart so einige zu Kannen und Eimern greifen, um "ihren" Bäumen Wasser zu geben. Teilweise übernahmen ganze Nachbarschaften Patenschaften.

Die Einführung einer Gieß-App, wie aktuell in Berlin geplant (Die "Gieß den Kiez"-App ermöglicht das zielgerichtete Gießen von Bäumen), ist hier derzeit noch kein Thema.

Dafür gibt es vier Tipps vom Amt für Stadtgrün zum Wässern von Bäumen:

  • Besser seltener, dafür aber intensiv morgens oder abends gießen. "Zu viel" gibt es nicht.
  • Die Gießöffnung (in Baumscheibe) nutzen, falls vorhanden.
  • Mit Nachbarn abstimmen, damit nicht nur ein "Lieblingsbaum" versorgt wird.
Zudem sollten die Freiwilligen auf Sicherheit - besonders beim Gießen von Straßenbäumen - achten.

Das bringen Wassersäcke

Auch in Chemnitz setzt man auf Bewässerungssäcke für Jungbäume. Lisa Uhlig (20) und Sebastian Müller (34) füllen im Auftrag des Grünflächenamtes Beutel mit Wasser auf dem Chemnitzer Kaßberg.
Auch in Chemnitz setzt man auf Bewässerungssäcke für Jungbäume. Lisa Uhlig (20) und Sebastian Müller (34) füllen im Auftrag des Grünflächenamtes Beutel mit Wasser auf dem Chemnitzer Kaßberg.  © Kristin Schmidt

Um Bäume vorm Verdursten zu bewahren, setzt Dresden auch auf Wassersäcke - sogenannte Beutelwasserspender. 

"Sie sind vor allem bei Jungbäumen eine gute Möglichkeit der Wasserzufuhr", erklärt das Amt für Stadtgrün. Die Kunststoffsäcke (Fassungsvermögen bis zu 150 Liter) geben das Nass tröpfchenweise an den Boden ab. 

Nachteile dieses "Systems": Nur Bäume mit geringem Stammumfang können so bewässert werden. Zudem ist das Nachfüllen der Säcke aufwendig. 

Das Amt setzt die Beutel deshalb besonders bei regelmäßig besetzten Bauvorhaben oder im Nahbereich von Depots ein. 

Übrigens: Interessierte, die einen Baum bei sich gießen wollen, können sich vom Amt dazu einen Wassersack holen.

So rettest Du im Urlaub Deine Zimmerpflanzen!

Mit Wasser gefüllte Flaschen werden auf die Ton-Kegel gesetzt. Sie versorgen die Pflanzen während des Urlaubs.
Mit Wasser gefüllte Flaschen werden auf die Ton-Kegel gesetzt. Sie versorgen die Pflanzen während des Urlaubs.  © Andrea Warnecke/dpa-tmn

Wer im Sommer verreist und niemanden findet, der sich in der Zeit um die Pflanzen kümmert, kann mit ein paar technischen Helfern aus dem Bau- oder Gartenmarkt dem Grün daheim beim Überleben helfen. 

Dazu bietet sich an, Töpfe mit integriertem Wasserreservoir zu nutzen. Eine Alternative stellen Wasserspeichervliese dar, die in den Topfboden gegeben werden. 

Möglich ist auch, das Pflanzsubstrat mit Granulat anzureichern. Es speichert Gießwasser besser zwischen. 

Der Handel offeriert zudem ausgeklügelte, automatische Bewässerungssysteme mit Schläuchen und Düsen. Manche davon lassen sich sogar per Smartphone aus der Ferne steuern. 

Eine simple, günstige Lösung: Ton-Kegel. Sie werden einfach in den Topf zu den Pflanzen gesteckt und mit Wasser gefüllt.

Titelfoto: Montage: Kristin Schmidt, Christian Juppe

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