Warum Du mit Mülltrennung Geld sparst und einen wichtigen Beitrag leistest

Frankfurt am Main - Mülltrennung - für die meisten Menschen ein Thema, dem nicht sonderlich viel Beachtung geschenkt wird, beziehungsweise welches mit viel Unwissenheit verbunden ist. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Mülltrennung keinen Sinn mache. "Ab in die Tonne damit und dann ist es ja nicht mehr mein Problem." Doch wer seinen Müll richtig trennt, leistet einen Beitrag zu besseren Recycling-Quoten und einer höheren Energie-Gewinnung aus dem Abfall.

Wenn wir unterschiedliche Plastikarten voneinander trennen, bevor wir sie in den gelben Sack geben, ermöglichen wir ein besseres Recycling.
Wenn wir unterschiedliche Plastikarten voneinander trennen, bevor wir sie in den gelben Sack geben, ermöglichen wir ein besseres Recycling.  © Gina Gadis

Der Großteil der Menschheit ist sich wahrscheinlich einig, dass es etwas Gutes wäre, wenn es weniger Müll gäbe.

Und wahrscheinlich sind wir uns auch alle einig, dass es gut wäre, wenn der entstehende Müll nach Möglichkeit recycelt oder zumindest daraus noch Energie gewonnen werden kann, oder? Doch das können wir nur schaffen, wenn wir als Konsument schon im Haushalt mit der Trennung anfangen.

Lasst es mich an einem Beispiel erklären. Wenn sich eine gefüllte Windel im Plastik-Müll beziehungsweise in der gelben Tonne befindet, sorgt diese für eine solche Verunreinigung, dass der Inhalt dieser Tonne nicht mehr recycelt werden kann.

Die Sortier-Anlagen können zwar den Müll zum Großteil trennen, aber komplett sortenrein schaffen sie es nicht. Sogenannte Stör-Stoffe sorgen für eine Verunreinigung des sortierten Materials.

Wenn wir zum Beispiel den Deckel vom Joghurt Becher nicht entfernen, bevor wie diesen in den gelben Sack werfen, weiß die Sortier-Maschine nicht, ob dieser Gegenstand jetzt aus Aluminium (Deckel) oder Kunststoff (Becher) besteht.

Trenne alle Materialien voneinander, bevor du sie in den Müll gibst!

Stark verschmutzte Pizza-Kartons oder Kassen-Bons gehören nicht in den Papier-Müll.
Stark verschmutzte Pizza-Kartons oder Kassen-Bons gehören nicht in den Papier-Müll.  © unsplash.com (@mediavormgever)

Wenn dieser dann in den Kunststoff-Container sortiert wird, verunreinigt der Aluminium-Deckel die Charge und die Qualität des Recycling-Materials sinkt. Das Gleiche passiert, wenn wir die Deckel von anderen Verpackungen, wie zum Beispiel einer Käse-Verpackung, nicht ordentlich abtrennen.

Meistens bestehen Deckel und Schale aus unterschiedlichen Plastik-Sorten. Wir können enorm bei der Trennung der Materialien helfen, wenn wir Zuhause schon alle unterschiedlichen Materialien voneinander entfernen.

Die gleichen Verunreinigungen kann auch beim Papier-Müll beobachtet werden, wenn zum Beispiel stark beschmutzte Pizza-Kartons in den Papier-Müll gegeben werden.

Auch Kassen-Bons gehören wegen ihrer Wärme-empfindlichen Schicht, die den gesundheitsschädlichen Stoff Bisphenol A enthält, in den Restmüll und nicht in die Papier-Tonne.

Wahrscheinlich hast auch Du schon mal eine Biogas-Anlage von Weitem gesehen. Sie haben diese runden, kuppelartigen, meist grünen Dächer und werden dazu verwendet, Biogas durch die Vergärung von Biomasse zu gewinnen.

Dieses Biogas kann anschließend zur Strom- und Wärmegas-Erzeugung genutzt werden. Biogas beziehungsweise Biomüll ist somit die einzige erneuerbare Energie-Quelle, die nicht dargebotsabhängig ist. Biomüll fällt ständig an und ist nicht abhängig vom Wetter wie Sonne und Wind.

Die falsche Entsorgung von Müll kann richtig teuer werden

Drucke Dir eine Übersicht aus, falls Du nicht weißt, was in welche Tonne gehört.
Drucke Dir eine Übersicht aus, falls Du nicht weißt, was in welche Tonne gehört.  © Gina Gadis

Umso wichtiger ist es, dass Biomüll auch in der Biotonne landet. Viele Haushalte besitzen keine Biotonne und der Müll landet somit in der Restmülltonne und wird dann verbrannt.

Doch durch die enthaltene Feuchtigkeit sorgt der Biomüll für einen schlechteren Heizwert des Restmülls und somit für eine geringere Energiegewinnung durch die Verbrennung.

Hinzu kommt, dass die Restmülltonne auch noch deutlich teurer ist als die Biotonne. Zwar übernimmt der Vermieter diese Kosten erst einmal, er legt sie dann aber auf die Mieter um. Wer also Müll in die Restmülltonne gibt, der eigentlich in eine andere Tonne gehört, trägt so dazu bei, dass die Nebenkosten erhöht werden.

Auch die Falsch-Entsorgung kann teuer werden. Sind Mülltonnen mit zu viel falschem Müll befüllt, lässt die Müllabfuhr sie einfach stehen. Die Mülltonnen müssen dann sortiert werden und eine neue kostenpflichtige Abholung muss beauftragt werden. Wer also nicht richtig trennt, bezahlt extra.

Eine Übersicht, welcher Müll in welche Tonne gehört, findest Du >> hier um Ausdrucken.

Mülltrennung ist wirklich nicht schwer und wir können dadurch einen erheblichen Beitrag zum Müll-Recycling und der Energie-Gewinnung beitragen. Außerdem sparen uns sauber getrennte Mülltonnen bares Geld.

Über die Autorin

TAG24-Kolumnistin Gina Gadis.
TAG24-Kolumnistin Gina Gadis.  © Gina Gadis

Gina Gadis (25) wurde in Dresden geboren und studierte in Freiberg Wirtschaftsingenieurwesen. Zwischen ihrem Bachelor und dem Master ging sie auf Reisen.

Knapp zwei Jahre bereiste Gina die Welt, zehn Monate davon war sie in Asien unterwegs.

Hier kam es zu der Initialzündung. Denn vielerorts in Asien sind die Menschen nicht mehr Herr über die Vermüllung ihrer Orte.

Gina sammelte schon auf ihrer Reise Müll ein, öffentlichkeitswirksam begeisterte sie auch immer mehr Menschen in ihrer Heimat für das Thema.

Als sie zurück nach Deutschland kam (aktuell Masterstudentin in Darmstadt), verfolgte sie weiter die Müll-Thematik. Sie schreibt nun unter anderem diese Kolumne für TAG24.

Titelfoto: Bild-Montage: Gina Gadis

Mehr zum Thema Umweltpolitik:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0