"Kniefall vor den Grünen": Söder will Benziner und Diesel verbieten und erntet Kritik

Stuttgart - Die Forderung von CSU-Chef Markus Söder (53) nach einem Verbot von Verbrennermotoren sorgt für scharfe Kritik aus den Reihen der CDU - allen voran von der konservativen Werteunion.

Markus Söder (53, CSU) bekommt für seine Forderung nicht nur Lob.
Markus Söder (53, CSU) bekommt für seine Forderung nicht nur Lob.  © Sven Hoppe/dpa-pool/dpa

Der Bayer hatte gefordert, wie Kalifornien ab dem Jahr 2035 keine Autos mit Verbrenner mehr zuzulassen. Vonseiten der Grünen erntete er für den Vorstoß Lob. 

Der stellvertretende Grünen-Fraktionschef Oliver Krischer (51) sprach laut tagesschau.de von einem "Erkenntnisgewinn, den wir kaum mehr erwartet hätten". 

Anerkennende Worte gab es auch von Dirk Messner (58), dem Präsidenten des Umweltbundesamtes. Denn "ein Verbot von Neuzulassungen für Diesel und Benziner ab 2035 halte ich für eine gute Idee".

Andere Töne waren da aus der Schwesterpartei der CSU zu hören. "Ein Enddatum für die traditionelle Autoproduktion ist eine unsensible Botschaft für die Arbeitnehmer und ihre Familien", erboste sich CDU-Vorstandsmitglied Axel Fischer (54) gegenüber der Augsburger Allgemeinen.

Werteunion kritisiert Söders "Kniefall vor den Grünen"

Alexander Mitsch (53) sprach nach Markus Söders Forderung Klartext.
Alexander Mitsch (53) sprach nach Markus Söders Forderung Klartext.  © Christoph Schmidt/dpa

Und: "Dieser Vorstoß Söders hat mich sehr überrascht. Zudem halte ich es für gewagt, schon heute so weit in die Zukunft schauen zu wollen."

Ob der CSU-Chef mit der Verbotsforderung am Ende gar noch weitere Ziele erreichen möchte? Es scheine, sagte Fischer der Zeitung, als wolle Söder "schon den Boden für eine mögliche schwarz-grüne Koalition im Bund bereiten".

Scharfe Kritik kommt aus der Werteunion, dem Zusammenschluss von Konservativen in CDU und CSU. Für Werteunion-Chef Alexander Mitsch (53) ist Söders Vorschlag "nichts anderes als ein Kniefall vor den Grünen", wie es in einer Mitteilung heißt, die TAG24 vorliegt.

"Während viele Menschen in Deutschland zurzeit um ihre Existenz bangen, verunsichert Söder auch noch unnötig die Automobilindustrie, einen der wichtigsten Arbeitgeber in unserem Land", so Mitsch weiter. "Wir sagen daher klar, dass es kein Verbot von Autos mit Verbrennungsmotor geben darf."

Und was den von vielen beschworenen Trend zum Elektro-Auto angeht, fügt er hinzu: "Ob elektrisch betriebene Autos sinnvoll sind oder nicht, muss der Markt entscheiden."

Titelfoto: Montage: Sven Hoppe/dpa-Pool/dpa, Christoph Schmidt/dpa

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