Nach Flutkatastrophe: BUND fordert Umbau der Städte nach "Schwamm-Prinzip"

Schwerin - Nach der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands sieht die Umweltorganisation BUND auch Hochwassergefahren für Städte und Gemeinden anderen Regionen und empfiehlt einen Umbau der Siedlungen nach dem sogenannten Schwamm-Prinzip.

Die Umweltorganisation BUND kritisiert Baumaßnahmen, wie hier am Schweriner See, bei denen das Randmoor abgetrennt wird.
Die Umweltorganisation BUND kritisiert Baumaßnahmen, wie hier am Schweriner See, bei denen das Randmoor abgetrennt wird.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Angesichts zunehmend extremer Niederschläge sollten möglichst viele versiegelte Flächen in Grünflächen und Parks umgewandelt, großzügige Rückhalteräume für Niederschlagswasser angelegt und keine versiegelten Parkflächen mehr zugelassen werden, schlägt BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag vor.

"Hofflächen in Altbaubeständen in Städten sollten umgebaut werden, Gründächer und unversiegelte Flächen mit Bäumen verpflichtend für Baugebiete sein."

Es gebe zahlreiche Bebauungspläne im Land, die ohne ausreichende Auflagen in dieser Hinsicht genehmigt würden, kritisierte sie.

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Es gebe Fälle, in denen Regenrückhaltebecken in einem zweiten Bauabschnitt wieder zurückgebaut worden seien, um mehr Bauflächen zu erhalten.

In Fluss- und Bachauen sowie an Seeufern böten benachbarte Moorflächen den besten natürlichen Schwamm, so Cwielag weiter. "Moore sollten deshalb im großen Stil zu einer natürlichen Wasserhaltung zurückgeführt und renaturiert werden."

Bundesweit noch Ausbaupotenzial

Der Verbrauch freier Flächen für Siedlungen und Verkehr schreitet auch in Mecklenburg-Vorpommern voran, ist jedoch im bundesweiten Vergleich noch relativ gering. Laut Statistischem Landesamt waren 2019 rund 8,5 Prozent der Landesfläche dafür in Anspruch genommen.

Zehn Jahre davor lag der Wert noch bei 7,9 Prozent. Rund 10.000 Hektar sind in diesem Zeitraum für Siedlungs- und Verkehrsflächen "verbraucht" worden.

Bundesweit betrug der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen an der Gesamtfläche Ende 2018 mehr als 14 Prozent.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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