Umweltministerin klärt auf: So gefährlich ist krebserregendes Edelgas Radon

Wiesbaden - Die hessische Landesregierung will mit Informations- und Hilfsangeboten über das Vorkommen und die Gefahren des krebserregenden Edelgases Radon aufklären.

Ein Radon-Messgerät misst eine Radon-Belastung von 1215 Becquerel pro Kubikmeter (Archivbild).
Ein Radon-Messgerät misst eine Radon-Belastung von 1215 Becquerel pro Kubikmeter (Archivbild).  © dpa/Hendrik Schmidt

Details stellt Umweltministerin Priska Hinz (61, Grüne) am Freitag ab 10 Uhr) in Wiesbaden vor, zusammen mit dem Leiter des hessischen Radonzentrums, Till Kuske.

Außerdem soll erläutert werden, wie Radonvorsorgegebiete, also Gegenden mit einem hohen Vorkommen des Gases, festgelegt werden.

Radon bilde sich verstärkt in Regionen mit einem hohen Urangehalt in tieferen Erdschichten.

Gelangt das Gas durch Risse in Wohnungen und Häuser, stelle es eine Gesundheitsgefahr für Menschen dar.

Nach Angaben des Ministeriums ist das radioaktive Edelgas Radon nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs in Deutschland.

Aus diesem Grund seien die Themen Radon und Radonschutz in die gesetzlichen Regelungen zum Strahlenschutz aufgenommen worden.

Update, 19. Dezember, 14.44 Uhr: Hessen legt wegen geringem Radon-Vorkommen keine Vorsorgegebiete fest

Die vom Bund im Strahlenschutzgesetz festgelegten Schwellenwerte der Radonkonzentration würden in Hessen nur selten überschritten, sagte Umweltministerin Priska Hinz (61, Grüne) am Freitag in Wiesbaden
Die vom Bund im Strahlenschutzgesetz festgelegten Schwellenwerte der Radonkonzentration würden in Hessen nur selten überschritten, sagte Umweltministerin Priska Hinz (61, Grüne) am Freitag in Wiesbaden  © DPA/Arne Dedert

Hessen muss aufgrund des relativ geringen Vorkommens des radioaktiven und krebserregenden Edelgases Radon vorerst keine speziellen Risikogebiete ausweisen.

Die vom Bund im Strahlenschutzgesetz festgelegten Schwellenwerte der Radonkonzentration würden in Hessen nur selten überschritten, sagte Umweltministerin Hinz am Freitag in Wiesbaden. Dennoch will die Landesregierung mit Informations- und Hilfsangeboten über das Vorkommen und die Gefahren des farb-, geruch- und geschmacklosen Edelgases aufklären.

Bereits in diesem Jahr sei als erster Baustein das Hessische Radonzentrum (HeRaZ) an der Technischen Hochschule Mittelhessen eröffnet worden, sagte Hinz. Das Radonzentrum soll die Öffentlichkeit informieren, Forschungsprojekte koordinieren, Netzwerke zwischen Industrie und Handwerk aufbauen und zukünftig eigene Radonexperten ausbilden.

Zudem sei das Zentrum dafür zuständig, die Konzentration des Gases zu überwachen und gegebenenfalls Radonvorsorgegebiete, also Gegenden mit einem hohen Vorkommen des Edelgases, festzulegen. In diesen Regionen gelten unter anderem strengere Vorgaben im Arbeitsschutz.

Wird das Gas über einen längeren Zeitraum in höheren Konzentrationen eingeatmet, erhöht sich nach Angaben des Umweltministeriums das Risiko für Lungenkrebs.

Um sich selbst zu schützen und die Radonkonzentration in Innenräumen zu senken, reiche regelmäßiges Stoßlüften aus. Wer sein Haus selbst auf Radon testen möchte, könne für rund 30 Euro ein sogenanntes Exposimeter kaufen.

Titelfoto: dpa/Hendrik Schmidt

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