Wenn der Sommer wieder trocken wird: Dresdner wollen Bäume mit Wasser versorgen

Dresden - Nach 2018 und 2019 könnte uns auch in diesem Jahr ein heißer und vor allem trockener Sommer bevorstehen. Besonders in der Stadt geht den Straßenbäumen dann schnell das Wasser aus. 

Ronny Scholz (43) von "Mein Baum, mein Dresden" und sein Sohn Dylan (10) legen schon mal vor und gießen einen Baum vor ihrer Haustür. Das Berliner Modell hätten sie gern auch für Dresden.
Ronny Scholz (43) von "Mein Baum, mein Dresden" und sein Sohn Dylan (10) legen schon mal vor und gießen einen Baum vor ihrer Haustür. Das Berliner Modell hätten sie gern auch für Dresden.  © Eric Münch

Eine Initiative aus Berlin hat nun ein Projekt gestartet, das bei der Wasserversorgung der Stadtbäume helfen soll.

"Gieß den Kiez" heißt die Plattform in Berlin. Dort kann sich jeder über die Bäume in seiner Nachbarschaft informieren, Art und Wasserbedarf sind gelistet. 

"Außerdem kann man einzelne Bäume markieren, wenn man sie gegossen hat oder sie sogar abonnieren", sagt Kai Andersch (42) von "Mein Baum, mein Dresden". 

Die Initiative hat bisher rund 30 .000 neue Bäume in Dresden gepflanzt, weitere sollen folgen.

Derzeit zählt die Stadt etwa 54. 500 Straßenbäume. Und um die ist es oft gar nicht so gut bestellt. 

Finanzierung für Portal unklar

Rund 54 .500 Straßenbäume gibt es in Dresden, die im Sommer genügend Wasser brauchen, um nicht zu vertrocknen.
Rund 54 .500 Straßenbäume gibt es in Dresden, die im Sommer genügend Wasser brauchen, um nicht zu vertrocknen.  © Eric Münch

Kai Andersch: "Bei Baumaßnahmen werden häufig Sickerflächen versiegelt. So kommen die Bäume nicht mehr an genügend Wasser." 

Auch Mitstreiter Ronny Scholz (43) blickt kritisch auf den Sommer. "Dass so eine Projekt wie in Berlin nicht sofort umzusetzen ist, ist klar. Aber perspektivisch wäre es sicher machbar und sinnvoll für Dresden."

Im Rathaus findet man die Idee aus Berlin gut, bremst aber die Euphorie. "Der Ansatz aus Berlin ist technisch interessant und optisch attraktiv", so Stadtsprecher Karl Schuricht (59). 

"Gieß den Kiez" sei aber mit hohen Zuwendungen finanziert worden. Dafür braucht es einen starken Partner, der erst mal gefunden werden müsse. 

"In den vergangenen Jahren haben erfreulich viele Dresdner ihre Straßenbäume gegossen. Teilweise haben sich ganze Nachbarschaften zusammengetan und Patenschaften für Bäume übernommen."

Titelfoto: Eric Münch

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