Fahrradunfreundliches Sachsen: Der Freistaat hinkt beim Radwegebau hinterher

Dresden - Sachsen hinkt aus Sicht des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) beim Bau von Radwegen weiter hinterher. Derzeit würden gerade einmal zwischen 15 und 20 Kilometer an Radwegen pro Jahr fertigstellt, sagte der stellvertretende Vorsitzende, Rolf Leonhardt, am Dienstag in Dresden. Nötig wären aus Sicht des Verbandes aber mindestens 80 Kilometer pro Jahr.

Sachsen hat aus Sicht des ADFC zu wenig Radwege. (Symbolbild)
Sachsen hat aus Sicht des ADFC zu wenig Radwege. (Symbolbild)  © Arne Dedert/dpa

Die dafür notwendigen Investitionen bezifferte der ADFC auf rund 24 Millionen Euro pro Jahr. Der Fahrradclub kritisierte zu wenig Personal und strukturelle Probleme etwa im Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Zu häufig würden die Prioritäten eher im Straßenbau gesehen.

Den Angaben zufolge sind in Sachsen nur elf Prozent der Staatsstraßen und 27 Prozent der Bundesstraßen mit einem Radweg ausgestattet - deutlich weniger als im bundesweiten Durchschnitt.

Der Verband appellierte an die Regierung, an dem im Koalitionsvertrag niedergeschriebenen Ziel - einer Verdoppelung des Radverkehrs bis 2025 - festzuhalten.

Sachsen ist Schlusslicht als Rad-Reiseziel

Landesgeschäftsführer Konrad Krause verwies darauf, dass in der Corona-Krise der Radverkehr deutlich zugelegt hat.

So hätten Zählstellen am linken und rechten Elberadweg im Dresdner Stadtgebiet von Januar bis Oktober einen Zuwachs von 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verbucht. Das entspricht den Angaben zufolge einem Plus von 275.000 Fahrten. Auch für den Tourismus müsse der Radverkehr attraktiver werden, so Krause.

Laut aktuellem Fahrradmonitor ist Sachsen derzeit eines der Schlusslichter als Rad-Reiseziel. Nur 13 Prozent gaben demnach an, dass Sachsen für einen Fahrradurlaub infrage komme. Als Vergleich: Bayern nannten unterdessen 80 Prozent.

Titelfoto: Arne Dedert/dpa

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