Gigantische Aktion mitten in Deutschland: Autobahnbrücke final verschoben

Hagen/NRW - Nach jahrelangen Bauarbeiten soll am Freitag (10.30 Uhr) die neue Lennetalbrücke auf der A45 in ihre finale Position geschoben werden.

Die Brücke der A45 soll mit Hydraulik verschoben werden.
Die Brücke der A45 soll mit Hydraulik verschoben werden.  © Oliver Berg/dpa

Mittels Hydraulikkraft soll das Bauwerk bei Hagen dann auf riesigen Schlitten im Schneckentempo knapp 20 Meter von Behelfspfeilern auf die neuen Brückenstützen nach Osten gerückt werden.

Nach Angaben der Autobahn-Niederlassung Westfalen ist das Prozedere für eine Brücke dieser Größe bislang einmalig in Deutschland.

Die tonnenschwere Last soll im Tagesverlauf für das bloße Auge kaum sichtbar Zentimeter für Zentimeter auf Teflonplatten mit Spezialfett in ihre künftige Position gezogen werden.

Bevor die rund 90.000 Fahrzeuge täglich über die neue Brücke rollen können, sind weitere Arbeiten nötig. Die Freigabe ist erst im Sommer geplant.

Der rechte Teil der Autobahn wird an die Gegenrichtung herangeschoben.
Der rechte Teil der Autobahn wird an die Gegenrichtung herangeschoben.  © Oliver Berg/dpa

Bis dahin wird der Verkehr auf der wichtigen Achse vom Ruhrgebiet durch das Sauerland auf verengten Fahrbahnen über den bereits neu gebauten Brückenteil für die Gegenrichtung geführt.

Update, 16.25 Uhr: Autobahnbrücke final verschoben

Es ist vollbracht: Nach jahrelangen Bauarbeiten und Vorbereitungen ist die neue Lennetalbrücke auf der Autobahn 45 in ihre End-Position geschoben worden.

"Mit Bauverfahren wie diesem können wir bauen, ohne zu sehr in den Verkehr einzugreifen", sagte Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Autobahn-Niederlassung Westfalen am Nachmittag.

Die Brücke misst exakt 984,5 Meter und ist 30.000 Tonnen schwer. "Das ist dasselbe Prinzip wie bei der Küchenbratpfanne oder einem Schlitten, dessen Kufen man mit Speck einreibt für weniger Reibungsverluste", hatte der Projektleiter Michael Neumann zuvor erklärt.

Einmalig wird solch ein Vorhaben wohl nicht bleiben. 60 Talbrücken müssen an der Sauerlandlinie im Verantwortungsbereich der Niederlassung Westfalen in den nächsten Jahren neu gebaut werden - darunter spektakuläre Bauwerke wie die Siegtalbrücke. "Wir arbeiten hier zum Teil in beinahe alpinem Gelände, das erfordert schon bei der Planung einer Baustelle einen hohen Aufwand", so Sauerwein-Braksiek.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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