Nahverkehr-Tickets in NRW: Mehrwertsteuer-Senkung kommt kaum an!

Köln - Nicht alle Verkehrsverbünde in NRW geben die gesenkte Mehrwertsteuer an ihre Kunden weiter. VRS, VRR und AVV haben dabei unterschiedliche Tarif-Strategien.

Ein Nahverkehrszug in Köln.
Ein Nahverkehrszug in Köln.  © Oliver Berg/dpa

Auch in Nordrhein-Westfalen kommen viele Bus- und Bahnfahrer in den Genuss der Mehrwertsteuerabsenkung auf Zeit - allerdings auf recht unterschiedliche Weise. 

Während im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und im WestfalenTarif die Preise vorübergehend gesenkt werden, gibt der Aachener Verkehrsverbund (AVV) die Absenkung durch eine Verschiebung einer geplanten Preiserhöhung weiter. 

Im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRS) überlegen die Unternehmen noch, wie sie es machen wollen. Ein Überblick über die Regelungen in den vier Tarifverbünden:

NRWs einwohnerstärkster Verkehrsverbund VRR senkt zum 1. August die Ticketpreise und gibt damit die Absenkung der Mehrwertsteuer an die Kunden weiter. Dies gilt laut VRR für die meisten Ticketprodukte. Die neuen Preise gelten für die Dauer der Absenkung der Mehrwertsteuer, also bis zum Jahresende. 

Im neuen Jahr scheint es mit den alten Preisen weiterzugehen: Anders als in den Vorjahren ist bislang keine Preiserhöhung geplant. "Es sieht aktuell so aus, dass es keine Preismaßnahme zum Beginn des kommenden Jahres geben wird", sagte eine VRR-Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Im VRS steigen die Ticketpreise ab Januar 2021

Menschen steigen in eine U-Bahn unter dem Essener Hauptbahnhof.
Menschen steigen in eine U-Bahn unter dem Essener Hauptbahnhof.  © Roland Weihrauch/dpa

In weiten Teilen Westfalens müssen die Kunden am 1. August erstmal etwas tiefer in die Tasche greifen. 

Im sogenannten WestfalenTarif steigen die Nahverkehrs-Ticketpreise um durchschnittlich 1,86 Prozent. 

Begründet wird die Steigerung mit gestiegenen Energie- und Personalkosten. Die Mehrwertsteuer-Absenkung soll aber trotzdem an die Kunden weitergegeben werden, allerdings erst ab dem 1. Oktober und dafür dann deutlicher: Die Ticketpreise werden bis zum Jahresende um durchschnittlich vier Prozentpunkte gesenkt. 

Grund für die verzögerte Weitergabe sei der hohe Aufwand bei der Umstellung der Vertriebssysteme, sagte eine Sprecherin. Zum Jahresbeginn sollen dann wieder die Anfang August eingeführten Preise gelten.

Der AVV will die Senkung indirekt weitergeben, indem er die ursprünglich für den Jahresbeginn beschlossene Preiserhöhung um ein halbes Jahr verschiebt. Die Tickets werden dort also erst am 1. Juli 2021 um durchschnittlich 1,67 Prozent teurer. Als Grund geben die Aachener einen zu großen Aufwand bei der Umstellung an.

Im Tarifgebiet des VRS steigen die Ticketpreise auch, allerdings erst am 1. Januar. 

Die Anhebung liegt bei durchschnittlich 2,5 Prozent und bezieht sich nur auf die Zeitkarten. Einzelfahrscheine sollen nicht teurer werden. Wie die Mehrwertsteuerabsenkung an die VRS-Kunden weitergegeben wird, ist nach Angaben einer Sprecherin noch nicht entschieden.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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