Radler-Protest gegen gigantischen A4-Ausbau

Dresden - Schon jetzt ist die A4 bei Nossen durch Bauarbeiten ein Nadelöhr. Dauerstaus in beide Richtungen sowie auf den Ausweichstrecken gehören diesen Sommer zum nervtötenden Alltag. Doch es könnte noch viel schlimmer kommen.

Kräfte der Bereitschafts- und der Verkehrspolizei sicherten die Demo ab.
Kräfte der Bereitschafts- und der Verkehrspolizei sicherten die Demo ab.  © Steffen Füssel

Sachsen will die Autobahn zwischen Dresden und Bautzen von vier auf sechs Spuren verbreitern, zwischen Dreieck Dresden-Nord und Wilsdruff gar von sechs auf acht Spuren. Gegen dieses gigantische Projekt und die dahinter stehende Verkehrspolitik machten Naturschützer Sonntag in Dresden mobil.

Hunderte Radler fuhren am Nachmittag vom Bahnhof Dresden-Neustadt zur A4-Abfahrt Dresden-Neustadt, um gegen den geplanten Ausbau der A4 zu demonstrieren. "Fridays for Future" und "Ende Gelände Dresden" hatten im Rahmen der bundesweiten Aktionstage des Bündnisses "Wald statt Asphalt" zu der Demo eingeladen.

Eigentlich hatten Demo-Radler den Verkehr auf der A4 lahmlegen wollen, dann wurden sie selbst ausgebremst. Die Behörden sagten Nein, auch eine Kompromissroute, die "wenigstens" eine Sperrung der Abfahrt bedeutet hätte, wurde abgelehnt.

Ebenso der Widerspruch beim Verwaltungsgericht.

Aktivisten mit Radler-Protest zufrieden

Bis zu 600 Teilnehmer machten sich auf den Weg, um gegen den geplanten Autobahnausbau zu demonstrieren.
Bis zu 600 Teilnehmer machten sich auf den Weg, um gegen den geplanten Autobahnausbau zu demonstrieren.  © Steffen Füssel

Auf einer Wiese in der Nähe durfte dann eine Zwischenkundgebung stattfinden. Immerhin: "Es haben mehr Leute teilgenommen, als wir gedacht haben", so Aktivist Ferdinand Zierlitsky (20) von "Ende Gelände". Er schätzt die Zahl auf bis zu 600 Protest-Radler.

"Die Demo verlief störungsfrei", bescheinigte ein Polizeisprecher.

Die Grundlagenplanungen für den Ausbau der 86 Kilometer langen Strecke laufen indes weiter. Geplante Kosten das Gesamtprojekt: 1,3 Milliarden Euro!

Titelfoto: Steffen Füssel

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