Allianz-Boss Bäte gegen Vermögenssteuer: "Erbschaftssteuer muss steigen"

Von Ute Wessels

München - Laut Allianz-Vorstand Oliver Bäte (56) findet die Vermögensanhäufung zurzeit vor allem über Erbschaften und nicht über Einkommen statt. Deshalb fordert er: "Die Erbschaftssteuer muss steigen!"

Oliver Bäte, Vorstandsvorsitzender des Versicherungskonzerns Allianz SE, ist gegen eine Vermögenssteuer.
Oliver Bäte, Vorstandsvorsitzender des Versicherungskonzerns Allianz SE, ist gegen eine Vermögenssteuer.  © Sven Hoppe/dpa

"Das wäre sinnvoll, bevor man andere Steuern erhöht. Auch Ausnahmen und Freibeträge würde ich mir genau ansehen", sagte er der "Süddeutschen Zeitung"(Montagsausgabe).

Bäte plädierte auch für eine CO2-Steuer, "die wir unbedingt brauchen". Er erklärte: "Wenige Leute mit großen Häusern und schweren Autos verbrauchen dramatisch mehr. Das muss man entsprechend besteuern."

Eine Vermögenssteuer, wie sie im Wahlkampf diskutiert wird, lehnt der Allianz-Chef dagegen ab. "Das halte ich für falsch. Ich habe doch in meinem Leben bereits versteuert, was jetzt wieder versteuert werden würde."

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Bäte begründete seinen Vorstoß zur Erbschaftssteuer mit der Ungerechtigkeit in der Vermögensbildung.

"Die Vermögensanhäufung findet im Moment vor allem über Erbschaften statt, nicht durch Einkommen. Aber wir besteuern immer stärker die Einkommen. Als Steuerpolitiker würde ich viel mehr darauf sehen, was vererbt wird", sagte er der SZ.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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