Siemens-Chef warnt vor Konfrontation mit China und kritisiert Baerbock

München - Siemens-Chef Roland Busch (57) hat vor einer Konfrontation mit der Volksrepublik China gewarnt und einen "respektvollen Umgang" gefordert.

Roland Busch (57) ist der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG.
Roland Busch (57) ist der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG.  © Matthias Schrader/Pool AP/dpa

"China ist zu Recht ein sehr selbstbewusstes Land. Es hat in 20 Jahren eine Milliarde Menschen aus der Armut gebracht und einen veritablen Mittelstand etabliert", sagte Busch der "Süddeutschen Zeitung" (Freitag).

Außenministerin Annalena Baerbock (41, Grüne) dringt wegen Menschenrechtsverletzungen auf eine härtere Haltung gegenüber dem kommunistischen Regime in Peking. So fordert sie ein EU-Importverbot für Produkte, die mit Zwangsarbeit hergestellt wurden.

Der Siemens-Chef sagte, Baerbock sei mit ihm als Vorsitzendem des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft zu diesem Thema bisher nicht im Austausch.

Fehler in China "lösen sich nicht durch eine konfrontative Außenpolitik", sagte Busch.

"Wenn Exportverbote erlassen werden, könnten diese dazu führen, dass wir keine Solarzellen aus China mehr kaufen können - dann ist die Energiewende an dieser Stelle zu Ende."

"Natürlich könnten wir 2022 aus der Kohle aussteigen, aber dann gingen in Deutschland die Lichter aus"

Er sei optimistisch, dass die Grünen Themen wie Verkehr, Transport, Gebäude und Klimaschutz voranbringen, hoffe aber auf Augenmaß. "Natürlich könnten wir schon 2022 aus der Kohle aussteigen, aber dann gingen in Deutschland die Lichter aus", sagte der Siemens-Chef.

Auch das Elektroauto lade "bunten Strom, keinen grünen. Raschen Fortschritt gibt es nur, wenn man nicht zu dogmatisch ist."

Titelfoto: Matthias Schrader/Pool AP/dpa

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