Trotz Linder-Nein: Hat der Tankrabatt doch noch eine Chance?

Berlin - Wenige Wochen vor dem Auslaufen des Tankrabatts hofft der Vorsitzende des Verbands des Garagen- und Tankstellengewerbes Nord-Ost weiter auf eine Verlängerung.

Christian Lindner (43, FDP) hatte sich gegen eine Forstetzung des Tankrabatts ausgesprochen.
Christian Lindner (43, FDP) hatte sich gegen eine Forstetzung des Tankrabatts ausgesprochen.  © Kay Nietfeld/dpa, Julius-Christian Schreiner/dpa

"Ich kann mir vorstellen, dass das letzte Wort da noch nicht gesprochen ist", sagte der Verbandsvorsitzende Hans-Joachim Rühlemann am Samstag mit Blick auf die politischen Entscheidungen. Andernfalls könnten die Kraftstoff-Preise wieder auf bis zu 2,40 Euro und 2,50 Euro steigen.

Ende August läuft der Rabatt aus. Finanzminister Christian Lindner (43, FDP) hatte sich gegen eine Fortsetzung ausgesprochen.

Die Bundesregierung hatte den Tankrabatt genau wie das 9-Euro-Ticket zum Juni eingeführt, um die Bürger angesichts der hohen Inflation und gestiegener Spritpreise zu entlasten. Die Energiesteuer auf Kraftstoffe wurde damit gesenkt.

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Verbandsvorsitzender Rühlemann sagte, im vergangenen Vierteljahr seien Rückgänge beim Kraftstoffverbrauch in Berlin und Brandenburg spürbar gewesen. "Es gibt ein Bewusstsein beim Verbraucher, Kraftstoff zu sparen", sagte er.

Zugleich könne dies auch eine Folge der Urlaubszeit sein. Auch der Tanktourismus von Brandenburg nach Polen sei noch vorhanden, aber sehr viel weniger geworden als zu Beginn des Jahres.

Benzin und Diesel sind in Deutschland im Juli nach einer Marktübersicht des Bundeskartellamtes wieder etwas billiger geworden. Es gibt jedoch deutliche regionale Preisunterschiede. Im Juni hatte Rühlemann auch gesagt, der Tankrabatt führt nach seiner Einschätzung nicht so stark wie erhofft zu sinkenden Benzin- und Dieselpreisen.

Derzeit liegen die Preise an den Tankstellen deutlich unter 2 Euro.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa, Julius-Christian Schreiner/dpa

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