Weniger Tarifverträge in NRW? Landtag erörtert Auswirkungen

Düsseldorf - Laut SPD kommt es in Nordrhein-Westfalen immer häufiger vor, dass Firmen einen Tarifvertrag unterlaufen und so Löhne und Gehälter zu bezahlen, die niedriger als die tariflich vereinbarten sind. Laut Sozialdemokraten ein Unding.

Die SPD-Opposition kritisiert, dass NRW-Firmen oft keine Tarifverträge abschließen. (Symbolfoto)
Die SPD-Opposition kritisiert, dass NRW-Firmen oft keine Tarifverträge abschließen. (Symbolfoto)  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Der Landtag debattiert am Donnerstag (10 Uhr) in einer Aktuellen Stunde über sogenannte Tarifflucht in Nordrhein-Westfalen.

Viele Wohnungskonzerne, Handels- oder Textilunternehmen verweigerten Tarifverträge, kündigten bestehende Verträge oder ließen sie nicht mehr für neu Eingestellte gelten, kritisiert die SPD-Opposition.

Als Beispiele nannten die Sozialdemokraten in ihrem Antrag die Wohnungskonzerne Vonovia und LEG, die Unternehmen Thalia und Esprit sowie die neuen Eigentümer des verkauften Handelsunternehmens Real. Die Landesregierung müsse im Parlament Position zur "Tarifflucht" beziehen.

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Im Einzelhandel fielen nur noch 30 Prozent der Beschäftigten unter den Geltungsbereich eines Flächen-Tarifvertrags, bemängelt die SPD in ihrer Vorlage an den Landtag.

Hohe Geldsummen gehen verloren

Nach Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbunds entgehen dem Fiskus und den Sozialversicherungen allein in NRW jährlich Milliardensummen "aufgrund von Tarifflucht und Lohn-Dumping". Das wirke sich gleichzeitig auf die Kaufkraft aus.

"Mit flächendeckender Tarifbindung hätten die Beschäftigten in NRW rund 3,2 Milliarden Euro mehr pro Jahr im Portemonnaie", argumentierten die Sozialdemokraten.

Titelfoto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

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