Zu schleppend: SED-Opferbeauftragte Zupke kritisiert Anerkennungsverfahren

Von Corinna Schwanhold

Berlin/Dresden - Die Verfahren zur Anerkennung politisch Verfolgter in der DDR verlaufen nach Ansicht der Bundesbeauftragten für die Opfer der SED-Diktatur, Evelyn Zupke (59), häufig zu schleppend.

Evelyn Zupke (59) bei einem Fototermin am Bundestag. Nach Ansicht der SED-Opferbeauftragten verlaufen die Verfahren zur Anerkennung politisch Verfolgter in der DDR häufig zu schleppend.
Evelyn Zupke (59) bei einem Fototermin am Bundestag. Nach Ansicht der SED-Opferbeauftragten verlaufen die Verfahren zur Anerkennung politisch Verfolgter in der DDR häufig zu schleppend.  © Michael Kappeler/dpa

"Das geht oft viel zu bürokratisch, die gesundheitlichen Begutachtungen laufen teils sehr unsensibel", sagte sie der Sächsischen Zeitung am Mittwoch. Man müsse schauen, wie man Opfern im Rehabilitationsverfahren besser helfen könne.

Zupke sprach sich für Änderungen bei der Beweissituation aus. "Ich plädiere für einfachere Verfahren, für weniger aufwändige Nachweise", sagte sie.

Wer in einem Jugendwerkhof gewesen sei, werde rehabilitiert. "Andere Betroffene müssen ihre Verfolgung im Einzelfall nachweisen."

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Die frühere DDR-Oppositionelle Zupke war Anfang Juni zur Bundesbeauftragten für die Opfer der SED-Diktatur gewählt worden.

Der Bundestag hatte im November 2020 beschlossen, die Stelle nach der Auflösung der Stasi-Unterlagen-Behörde einzurichten.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

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