Bundeswehr fliegt verletzte Soldaten nach Anschlag aus

Von Carsten Hoffmann, Simon Sachseder, Swen Pförtner, Carsten Hoffmann und Ulrich Steinkohl

Bamako (Mali) - Nach dem Anschlag auf eine Bundeswehr-Patrouille in Mali sollen die dabei verletzten zwölf deutschen Blauhelmsoldaten an diesem Samstag nach Deutschland gebracht werden.

Die Bundeswehr hat einen Airbus A400M vom Stützpunkt in Wunstorf nach Mali gestartet.
Die Bundeswehr hat einen Airbus A400M vom Stützpunkt in Wunstorf nach Mali gestartet.  © Swen Pförtner/dpa

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen sie aus dem westafrikanischen Land nach Köln und möglicherweise auch nach Stuttgart geflogen werden. Am frühen Samstagmorgen war ein erster Evakuierungsflug von Deutschland aus gestartet. Der Airbus A400M der Luftwaffe hob vom Luftwaffenstützpunkt Wunstorf nordwestlich von Hannover ab.

Der Flugzeugtyp ist als fliegende Intensivstation einsetzbar und wurde unter anderem auch in der Corona-Pandemie für die Verlegung von Patienten aus Italien und Frankreich nach Deutschland genutzt.

Am Freitagmorgen um 6.28 Ortszeit hatte ein Selbstmordattentäter mit einer Autobombe eine Patrouille deutscher UN-Soldaten angegriffen und dabei 13 Menschen verletzt. Es handelte sich nach offiziellen Angaben um zwölf Deutsche und einen Belgier.

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Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (58, CDU) sagte noch am Freitag, von den Deutschen seien drei schwer verletzt.

Die Soldaten sicherten nach UN-Angaben den Konvoi eines malischen Bataillons. Vorangegangen sei am Vortag die Explosion eines Sprengsatzes, bei der es aber nur Sachschaden an einem Fahrzeug gegeben habe.

Bundeswehr ist mit 900 Soldaten in Mali im Einsatz

Die Bundeswehr hat ihre Soldaten in Gao stationiert. (Archivbild)
Die Bundeswehr hat ihre Soldaten in Gao stationiert. (Archivbild)  © Michael Kappeler/dpa

Der Selbstmordanschlag wurde rund 180 Kilometer nordöstlich der Stadt Gao verübt, in deren Nähe die meisten Bundeswehrsoldaten in Mali stationiert sind.

Zum Zeitpunkt des Angriffs um 8.28 deutscher Zeit befanden sich die Soldaten noch in einer "Nachtaufstellung", also einer Art schützenden Wagenburg, wie aus einer Information des Einsatzführungskommandos an die Obleute hervorging.

"Unter Einsatz ziviler Rettungshubschrauber und eines UN-Hubschraubers wurden die Verwundeten nach Gao in französische, chinesische und deutsche Sanitätseinrichtungen verbracht", hieß es weiter.

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Derzeit sind rund 900 deutsche Soldaten an der UN-Mission Minusma beteiligt. Die Obergrenze liegt bei 1100 Männern und Frauen aus Deutschland. Der Einsatz soll den Friedensprozess in Mali unterstützen. In dem Land sind islamistische Terrorgruppen aktiv.

2013 schlug ein massiver französischer Militäreinsatz ihren Vormarsch auf die Hauptstadt Bamako zurück. Auch organisierte Kriminalität und grenzübergreifender Schmuggel sind ein Problem in der Region, über die Migrationsrouten nach Nordafrika und weiter Richtung Europa laufen.

Update, 13.09 Uhr: Erste Verletzte ausgeflogen

In Köln startete ein Airbus A310 MedEvac der Bundeswehr Richtung Mali.
In Köln startete ein Airbus A310 MedEvac der Bundeswehr Richtung Mali.  © Henning Kaiser/dpa

Die ersten der zwölf Bundeswehr-Soldaten, die bei einem Selbstmordattentat im westafrikanischen Mali verletzt wurden, sind auf dem Rückweg nach Deutschland.

Ein erster medizinischer Evakuierungsflug startete nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Samstag in Gao. Die Maschine wird am Nachmittag am Flughafen Köln erwartet.

Von dort sollen die Blauhelm-Soldaten ins Bundeswehr-Zentralkrankenhaus nach Koblenz gebracht werden.

An Bord der Maschine vom Typ A400M befinden sich den Angaben zufolge die drei schwer verletzten Soldaten und jene, die liegend transportiert werden müssen.

In Köln startete inzwischen ein zweiter Airbus, der weitere verletzte Soldaten aus Mali zurückzubringen soll.

Titelfoto: Swen Pförtner/dpa

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