Bundeswehr rüstet groß nach, damit Schützenpanzer überhaupt funktionieren!

Von Michaela Nehren-Essing, Carsten Hoffmann

Düsseldorf - Der Rüstungskonzern und Autozulieferer Rheinmetall hat sich einen Großauftrag der Bundeswehr im Bereich der gepanzerten Kampffahrzeuge an Land gezogen.

Ein Schützenpanzer der Bundeswehr vom Typ Puma: Einige dieser Modelle müssen aufgerüstet werden.
Ein Schützenpanzer der Bundeswehr vom Typ Puma: Einige dieser Modelle müssen aufgerüstet werden.  © Philipp Schulze/dpa

Das Auftragsvolumen betrage für Rheinmetall über eine halbe Milliarde Euro, teilte das MDax-Unternehmen am Dienstag in Düsseldorf mit.

Die Bundeswehr habe das Gemeinschaftsunternehmen PSM GmbH mit der Hochrüstung ihres Schützenpanzers Puma auf einen einheitlichen Konstruktionsstand beauftragt.

Die PSM GmbH gehört den Angaben zufolge jeweils zur Hälfte Rheinmetall und dem Münchner Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann.

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Die Nachrüstungsmaßnahmen der Puma-Fahrzeugflotte sollen im Juli 2021 beginnen und bis voraussichtlich 2029 abgeschlossen sein.

Der Auftrag umfasse in einem ersten Schritt 154 Fahrzeuge und habe für das Konsortium einen Wert von 1,04 Milliarden Euro brutto.

Auf Rheinmetall entfalle daraus ein Auftragsumfang von 501 Millionen Euro.

Puma muss aufgerüstet werden, Hubschrauber der Bundeswehr sind alt

Ein Kampfhubschrauber vom Typ Tiger: Die Helikopter sind die "Sorgenkinder" der Bundeswehr.
Ein Kampfhubschrauber vom Typ Tiger: Die Helikopter sind die "Sorgenkinder" der Bundeswehr.  © Philipp Schulze/dpa

Bei dem Schützenpanzer Puma lag die Einsatzbereitschaft zuletzt bei 54 Prozent.

Dafür habe die Bundeswehr mit der Industrie zahlreiche Maßnahmen in einer Zielvereinbarung festgeschrieben.

Rheinmetall erwartet, dass sich durch den Auftrag innerhalb des Konsortiums weitere Beauftragungen ergeben.

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Die Modernisierung weiterer 143 Puma-Schützenpanzer werde von einer ebenfalls unter Vertrag genommenen Option abgedeckt, die für das PSM-Konsortium einen zusätzlichen Auftragswert von insgesamt 820 Millionen Euro umfasse, teilte Rheinmetall weiter mit. Hiervon würde mehr als die Hälfte auf Rheinmetall entfallen.

Problematischer ist die Lage bei Hubschraubern.

Die Hubschrauber bleiben technische Sorgenkinder, auch wenn deren Einsatzbereitschaft nun "erstmalig über 40 Prozent" beträgt, hieß es Ende Mai. In dem Bericht zur Einsatzbereitschaft der Bundeswehr wurden "vereinzelt positive Tendenzen" ausgemacht.

Jedoch: "Bei den alten Hubschraubern gelingt nur noch unter großen Anstrengungen ein operativer Flugbetrieb. Eine Neubeschaffung der Folgemuster ist zwingend erforderlich."

Titelfoto: Philipp Schulze/dpa

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