Bundeswehr zieht Soldaten nach schwerem Fehlverhalten aus Litauen ab

Berlin - Die Bundeswehr hat vier deutsche Soldaten der NATO-Mission "Enhanced Forward Presence" in Litauen nach einem schweren Fehlverhalten abgezogen.

Gegen mehrere Soldaten wird nach einem Exzess ermittelt. (Symbolbild)
Gegen mehrere Soldaten wird nach einem Exzess ermittelt. (Symbolbild)  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Ermittlungen durch den Kompaniechef und Feldjäger hätten den Anfangsverdacht auf Straftaten wie sexuelle Nötigung, Beleidigung, womöglich auch mit rassistischem Hintergrund, und Nötigung sowie auf extremistische Verhaltensweisen ergeben, teilte das Verteidigungsministerium am Montag den Obleuten im Bundestag mit.

"Betroffen sind nach jetzigem Kenntnisstand zehn Soldaten", hieß es in einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur am Abend vorlag.

Zuerst hatte der Spiegel berichtet. Nach einer exzessiven Party liefen demnach gegen mehrere Soldaten Ermittlungen. Dabei sollen in einem Hotel Ende April rechtsradikale und antisemitische Lieder gesungen worden sein, berichtete das Magazin weiter.

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Ein mutmaßlicher sexueller Übergriff soll auch gefilmt worden sein.

Wehrdisziplinaranwalt eingeschaltet

Zum Bundeswehrverband in Litauen gehören auch Panzergrenadierbataillons 371 aus dem sächsische Marienberg. (Archivbild)
Zum Bundeswehrverband in Litauen gehören auch Panzergrenadierbataillons 371 aus dem sächsische Marienberg. (Archivbild)  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Der Vorfall sei am 8. Juni von einem Soldaten gemeldet worden, hieß es in der Obleuteunterrichtung. Ein Wehrdisziplinaranwalt sei eingeschaltet. Die möglichen Täter und Opfer wurden räumlich voneinander getrennt.

Ein Geschädigter sei am Freitag nach Rücksprache mit der Truppenpsychologie und der Militärseelsorge zurück nach Deutschland gebracht worden. Die Mission "Enhanced Forward Presence" ist Teil der NATO-Abschreckung gegenüber Russland.

"Für das gemeldete Fehlverhalten gibt es keine Entschuldigung", sagte der FDP-Verteidigungspolitiker Alexander Müller (51). "Die Schilderungen müssen disziplinarisch untersucht und entsprechend geahndet werden."

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Das Fehlverhalten einzelner Soldaten dürfe aber nicht das Ansehen aller anderen Kameraden beschmutzen. Er kritisierte, die Parlamentarier seien erneut zu spät unterrichtet worden.

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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