Ängste, klinische Behandlung: Krankenstand beim KSK ist besorgniserregend hoch!

Berlin/Calw - Im Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr ist der Krankenstand nach Extremismus-Vorfällen und öffentlicher Debatte um den Zustand der Einheit besorgniserregend hoch.

Calw im Januar 2017: Soldaten trainieren auf dem Kasernengelände des KSK.
Calw im Januar 2017: Soldaten trainieren auf dem Kasernengelände des KSK.  © picture alliance / Franziska Kraufmann/dpa

"Rund 100 der zirka 1600 Angehörigen des Verbandes bekommen zur Zeit Unterstützung. Diese reicht vom Gespräch mit dem Standortpfarrer bis zur klinischen Behandlung", sagte ein Sprecher des Heeres am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Und weiter: "Hier spielen Ängste um die Auflösung des Standortes und Anfeindungen aus dem zivilen und privatem Umfeld eine Rolle."

Er versicherte, dass das Kommando Spezialkräfte weiterhin einsatzbereit sei.

Über die gesundheitliche Lage hatte am Freitag zunächst das Magazin Focus berichtet.

Nach diesen Angaben war fast ein Drittel der Kommandosoldaten in Behandlung. Ein behandelnder Facharzt für Psychiatrie sagte dem Focus, ein Großteil der erkrankten Soldaten leide unter der seelischen Störung "Moral Injury".

Dieser aus der angelsächsischen Militärmedizin stammende Fachbegriff beschreibe unter anderem den Verlust der moralischen Identität, hervorgerufen durch ständige Schuldzuweisungen aus der Öffentlichkeit und Vertrauensentzug militärischer Vorgesetzter.

Viele KSK-Angehörige sehen Lebenswerk in Gefahr

Der Sprecher des Heeres sagte, zu weiteren Details der Zahlen äußere sich die Bundeswehr aus Gründen der "operativen Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland" nicht.

Die seelische und körperliche Gesundheit der Soldaten habe aber oberste Priorität.

"Jeder erkrankte Kamerad, jede erkrankte Kameradin bekommt professionelle Hilfe. Die aktuelle Diskussion um das Kommando Spezialkräfte wirkt sich natürlich auf das innere Gefüge des Verbandes aus", sagte der Sprecher. "Auch sehen viele Angehörige 25 Jahre nach der Aufstellung des KSK ihr Lebenswerk in Gefahr."

Titelfoto: picture alliance / Franziska Kraufmann/dpa

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