Lärm und Rauch! Simulierter Flugunfall hält 300 Einsatzkräfte in Atem

Cuxhaven - Am Samstag wird in Cuxhaven eine großangelegte Flugunfall-Übung der Bundeswehr stattfinden. Anwohner müssen mit einer erhöhten Lärmkulisse und Rauchwolken rechnen.

Ein Marinehubschrauber vom Typ NH90 "Sea Lion" wird Teil der Übung sein.
Ein Marinehubschrauber vom Typ NH90 "Sea Lion" wird Teil der Übung sein.  © Marine

Die Alarmierungs- und Rettungsübung ist für 12 Uhr in der Nähe der ehemaligen "Hinrich Wilhelm Kopf - Kaserne" in Altenwalde geplant.

Dann werden Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst sowie Polizeikräfte aus Cuxhaven zu dem simulierten Absturz anrücken und das Übungsfeld untersuchen. Insgesamt sollen bis zu 300 zivile und militärische Teilnehmer in die Übung eingebunden werden.

Seit Monaten wird die Flugunfallübung geplant: "Ein 'Worst-Case-Szenario', welches hoffentlich niemals eintreten wird. Dennoch muss man für den Ernstfall vorbereitet sein", erklärt der Flugsicherheitsstabsoffizier des Marinefliegergeschwader 5, Fregattenkapitän Stephan Schröder.

PARTEI-Chef Martin Sonneborn im Interview: Es gibt "keine andere wählbare Partei"
Bundestagswahl 2021 PARTEI-Chef Martin Sonneborn im Interview: Es gibt "keine andere wählbare Partei"

"Sollte es in der Region zu einem Flugunfall kommen und der Hubschrauber außerhalb des Marinefliegerstützpunktes abstürzen oder notlanden, dann wären die zivilen Blaulichtkräfte als Erste vor Ort." Daher sei diese zivil-militärische Zusammenarbeit besonders wichtig. Vor allem zu Beginn der Übung gehe es darum, zügig Ordnung in das Chaos zu bringen.

Die Maßnahmen zur Brandbekämpfung, Rettung und Bergung müssten dann aufeinander abgestimmt werden.

"Fiese Fasern" erschweren Einsatz

Beim Brand eines solchen Hubschraubers können "Fiese Fasern" entstehen.
Beim Brand eines solchen Hubschraubers können "Fiese Fasern" entstehen.  © Stefan Puchner/dpa

Der Brand wird mithilfe von Kohlefaserverbundwerkstoffen simuliert. "Durch die damit verbundene Wärmeentwicklung entstehen sogenannte 'Fiese Fasern'", erklärt der Flugsicherheitsstabsoffizier des Marinefliegergeschwader 3 "Graf Zeppelin", Korvettenkapitän Sebastian Teich, dazu.

Wenn Kohlefaserverbundwerkstoffe, wie sie auch im 'Sea Lion' verwendet werden, bei großer Hitze brennen, entstehen Mikropartikel, die sich bei Inhalation in der Lunge festsetzen können und krebserregend sind. "Bruchstücke dieses Werkstoffes sind spitz und scharfkantig, können Haut und Gewebe verletzen. Mensch und Material müssen nach solch einem Szenario speziell gereinigt werden", so Teich.

Ziel der Übung am Samstag sei daher auch eine spezielle Sensibilisierung der zivilen Hilfskräfte hinsichtlich dieser Gefahr.

Titelfoto: Stefan Puchner/dpa

Mehr zum Thema Bundeswehr: