Frau schafft erstmals Prüfung in Eliteeinheit-KSK

Berlin/Calw - Erstmals in der Geschichte der Bundeswehr-Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK), hat eine Frau die erste Runde der umfangreichen Zulassungsprüfungen bestanden.

Erstmals in der Geschichte der KSK, hat eine Frau die erste Runde der umfangreichen Zulassungsprüfungen bestanden.
Erstmals in der Geschichte der KSK, hat eine Frau die erste Runde der umfangreichen Zulassungsprüfungen bestanden.  © picture alliance / dpa

Eine Soldatin habe erfolgreich teilgenommen und sich somit für den zweiten Teil der Prüfung qualifiziert, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

"Wir freuen uns, dass sie sich dieser anspruchsvollen Herausforderung stellt", heißt es vom Verteidigungsministerium weiter.

Das KSK wurde nach Vorwürfen von Extremismus und fehlender Treue zum Grundgesetz auf Entscheidung von Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer im Juni vergangenen Jahres umstrukturiert.

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Die dabei besonders aufgefallene "2. Kommando-Kompanie" wurde aufgelöst. Falls die Reformbemühungen nicht greifen sollten, wurde die Auflösung der ganzen Einheit erwogen.

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (58) reformierte die KSK im vergangenen Jahr.
Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (58) reformierte die KSK im vergangenen Jahr.  © Michael Kappeler/dpa

Ein neues Potenzialfeststellungsverfahren für den Dienst in der Eliteeinheit dauert nun zwölf Wochen und ersetzte im November 2020 das bisherige zehnwöchige Eignungsfeststellungsverfahren. Es soll einen "tieferen und breiteren Erkenntnisgewinn hinsichtlich der Eignung der Bewerberinnen und Bewerber erzielen".

"Neben geistigen und körperlichen Fähigkeiten werden im Auswahlverfahren besonders die charakterliche Eignung und das Wertefundament untersucht".

"Zusammen mit anderen Maßnahmen soll verhindert werden, dass ungeeignete, nicht auf dem Boden der Verfassung stehende Soldatinnen und Soldaten in die Spezialkräfte gelangen können", so der Sprecher des Verteidigungsministeriums weiter.

Die Soldaten der KSK trainieren unter anderem den Häuserkampf und Geiselbefreiungen.
Die Soldaten der KSK trainieren unter anderem den Häuserkampf und Geiselbefreiungen.  © Kay Nietfeld/dpa

Anforderungen an Männer und Frauen sind dabei gleich. Anwärter werden mit psychologischen Tests und Gewaltmärschen an den Rand ihrer Belastbarkeit geführt. Ein Teil der Kraft- und Kraftausdauer-Leistungen sind für Frauen - relativ und mehrheitlich gesehen - schwerer zu erbringen. Diskutiert wird aber auch, in welchen Fällen gemischte Teams im verdeckten Einsatz von Vorteil sind - beispielsweise weil sie unauffälliger sind.

Für die militärische Sicherheit und besondere Lagen - wie Geiselbefreiungen im Ausland - sei die Einheit wichtig, so Kramp-Karrenbauer. "Das KSK ist Teil der spezialisierten Kräfte in der Bundeswehr und diese spezialisierten Kräfte wird es in der Bundeswehr immer geben", sagte sie.

"Die brauchen wir. Über die verfügt jede Armee dieser Welt und deswegen ist das ein Asset, das wir auch in der Bundeswehr brauchen."

Titelfoto: picture alliance / dpa

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