Bundeswehr im Corona-Kampf: So viele Soldaten sollen gegen die Pandemie helfen

Bonn - Der Feind ist klein, unsichtbar und zuweilen tödlich: Die Bundeswehr hat es in der Corona-Pandemie mit einem neuen Gegner zu tun. Deutschlands Soldaten helfen den Städten und Kreisen bundesweit. Ihr Einsatz: "Hilfskontingent Corona".

Drei Soldaten bei der Inbetriebnahme einer neuen Impfstation in Stuttgart am Donnerstag.
Drei Soldaten bei der Inbetriebnahme einer neuen Impfstation in Stuttgart am Donnerstag.  © Marijan Murat/dpa

Stand Freitag leisteten rund 3.500 Soldatinnen und Soldaten die sogenannte Amtshilfe, wie das Presse- und Informationszentrum der Streitkräftebasis in Bonn mitteilte.

In 14 von 16 Bundesländern helfen die Soldaten bereits, weil die Landkreise um Hilfe gerufen hatten.

Insgesamt 100 weitere sogenannte "Hilfeleistungen" mit zusätzlichen 1.000 Kräften sind bereits in der Vorbereitung, wie die Armee mitteilte.

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"Deshalb werden bis zum 29. November 5.000 zusätzliche Soldatinnen und Soldaten für Unterstützungsleistungen bereitgestellt und das "Hilfeleistungskontingent Corona" von derzeit 3.000 auf 8.000 Kräfte mehr als verdoppelt."

Die vierte Welle der Corona-Pandemie wird wieder zum großen Inlandseinsatz der Bundeswehr.

Im Februar 2021, dem Höhepunkt der letzten Corona-Welle, halfen nach Bundeswehr-Angaben rund 20.000 Soldaten in den Städten und Gemeinden aus.

Zum Vergleich: Bei den aktuell größten Einsätzen im Ausland sind aktuell rund 1100 Soldaten in Mali, 300 im Irak und Syrien und einige Hundert bei Mittelmeer-Einsätzen.

Der Airbus der Luftwaffe brachte die Patienten von Memmingen nach Münster.
Der Airbus der Luftwaffe brachte die Patienten von Memmingen nach Münster.  © Peter Kneffel/dpa

Luftwaffe mit Flugzeugen im Einsatz

Auf dem Flughafen Münster-Osnabrück landete die Luftwaffen-Maschine mit sechs Corona-Patienten am Freitagabend.
Auf dem Flughafen Münster-Osnabrück landete die Luftwaffen-Maschine mit sechs Corona-Patienten am Freitagabend.  © Guido Kirchner/dpa

Generalleutnant Martin Schelleis (62), sagt über die Hilfe der Kameraden: "Es ist eine substanzielle Leistung, die unsere Soldatinnen und Soldaten seit fast zwei Jahren täglich bundesweit im Rahmen der Amtshilfe erbringen. Und eines ist klar: Die Bundeswehr unterstützt auch weiterhin mit ihren Fähigkeiten die Behörden und Einrichtungen im Kampf gegen das Coronavirus."

Er betonte weiter: "In ganz Deutschland haben die Menschen auch weiterhin die Gewissheit, dass auf ihre Bundeswehr Verlass ist."

Wie wichtig die Ressourcen der Armee sind, zeigten die ersten Inlands-Transporte von Corona-Patienten per Flugzeug am Freitag.

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Die Luftwaffe setzte den Airbus A310 MedEvac für einen Flug von Bayern nach Münster ein.

Die Maschine landete erfolgreich am Abend. Die "Taktische Fernverlegung" ist notwendig, weil in einigen Kreisen in Deutschland die Krankenhäuser keinen Platz mehr haben. Um die Intensivpatienten verlegen zu können, kann die Luftwaffe mit dem MedEvac auf ein fliegendes Krankenhaus zurückgreifen und in der Not helfen.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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