"Heimatschutz": So steht es um den freiwilligen Wehrdienst

Husum - Hoher Besuch bei den ersten Schießübungen: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (58, CDU) hat am Dienstag auf der Standortschießanlage in Olderup bei Husum Rekruten des neuen freiwilligen Wehrdienstes im "Heimatschutz" bei ihrer Grundausbildung besucht.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (58, CDU) wird demonstriert, dass sich die Rekruten ohne GoogleMaps zurechtfinden sollen.
Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (58, CDU) wird demonstriert, dass sich die Rekruten ohne GoogleMaps zurechtfinden sollen.  © Birgitta von Gyldenfeldt/dpa

Es waren mehrere Stationen aufgebaut, an denen die jungen Leute zeigen konnten, was sie in dieser Phase lernen.

Zwei junge Männer übten "trocken" verschiedene Ladetätigkeiten am Gewehr. Ein Ausbilder stand daneben, korrigierte Bein- und Fußstellungen, wie das Gewehr angelegt werden muss. An einer anderen Station wurde den Rekruten beigebracht, sich mit Kompass und Karte zu orientieren. Auch Schießen stand auf dem Programm.

Das Pilotprojekt war Anfang April an verschiedenen Bundeswehrstandorten mit gut 300 Rekruten gestartet. Pro Quartal kommen neue Freiwillige hinzu. Insgesamt sollen so bundesweit im ersten Jahr gut 1000 zusätzliche Kräfte für Krisen- und Katastropheneinsätze im Inland geschult werden; Auslandseinsätze sind bei diesem Dienst ausgeschlossen.

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Der neue Freiwilligendienst wird nach Ansicht von Kramp-Karrenbauer sehr gut angenommen. Es gebe eine hohe Bereitschaft, das Motto "Dein Jahr für Deutschland" zu leben, sagte sie bei ihrem Besuch im hohen Norden. Die Zahl der Interessierten, "die mit uns Kontakt aufgenommen haben mit Blick auf das Thema Heimatschutz", habe bei etwa 16.000 gelegen.

In Husum, beim Spezialpionierregiments 164 "Nordfriesland", sind seit Anfang Juli 19 Rekruten in der Grundausbildung "Heimatschutz" eingesetzt. Neben der originären Aufgabe der Pioniere, die stationäre Unterbringung von Kräften im Einsatz sicherzustellen, stärke der Verband mit der Ausbildung der Rekrutinnen und Rekruten zugleich die territoriale Reserve und ergänze die staatliche Krisenvorsorge, hieß es.

Dazu sind die Rekruten des "Heimatschutzes" gedacht

Kommandeur des Spezialpionierregiments 164, Oberst Matthias Zwick (Mitte) und Major Steffen Bott zeigen der Verteidigungsministerin den Schießplatz.
Kommandeur des Spezialpionierregiments 164, Oberst Matthias Zwick (Mitte) und Major Steffen Bott zeigen der Verteidigungsministerin den Schießplatz.  © Birgitta von Gyldenfeldt/dpa

Der neue Dienst besteht aus einer siebenmonatigen militärischen Ausbildung und Reservisteneinsätzen in den folgenden sechs Jahren. Das bedeutet, dass die Freiwilligen in diesem Zeitraum an Übungen und Einsätzen – zum Beispiel bei Naturkatastrophen – teilnehmen, bis sie insgesamt weitere fünf Monate Dienst geleistet haben.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (48, CDU) lobte beim gemeinsamen Besuch mit Kramp-Karrenbauer das Spezialpionierregiment 164. Er sei stolz, es "bei uns im Norden zu haben". Die Soldatinnen und Soldaten aus Schleswig-Holstein seien immer da, um zu helfen – egal, ob bei Auslandseinsätzen, zur Unterstützung in der Pandemie oder auch als Hilfen in den Überflutungsgebieten.

Diese Hilfe übernehmen aktuell noch die Profis, denn die Rekruten in Husum haben gerade mit der Ausbildung im Schießbetrieb angefangen. Zurzeit sehe es alles soweit ganz gut aus bei den Rekruten, sagte Ausbilder Dirk Buttenhof. "Sie sind motiviert und sie machen sehr gut mit." Die Rekruten in Husum sind Anfang, Mitte 20 und kommen nicht nur aus Schleswig-Holstein, sondern beispielsweise auch aus Koblenz oder Hamburg.

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Nicht alle, die bundesweit die Grundausbildung angefangen haben, sind noch dabei. Die Abbrecherquote liege etwas über 20 Prozent, sagte die Ministerin – dies entspreche in etwa derjenigen beim freiwilligen Wehrdienst. Es gebe aber auch Rekruten, "die in den Heimatschutz reinschnuppern und feststellen, Bundeswehr ist was für mich". Diese wechselten dann in den freiwilligen Wehrdienst, weil sie mehr machen möchten.

Titelfoto: Birgitta von Gyldenfeldt/dpa

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