Bundeswehr-Munitionsaffäre: Vorermittlungen gegen KSK-Chef Kreitmayr

Berlin/Calw - Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (58, CDU) hat im Zusammenhang mit der Munitionsaffäre im Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr mit Sitz in Calw (Baden-Württemberg) disziplinare Vorermittlungen gegen den Kommandeur des KSK, Brigadegeneral Markus Kreitmayr (52), eingeleitet.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (58, CDU) hat diszplinare Vorermittlungen gegen den KSK-Kommandeur Markus Kreitmayr eingeleitet.
Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (58, CDU) hat diszplinare Vorermittlungen gegen den KSK-Kommandeur Markus Kreitmayr eingeleitet.  © Kay Nietfeld/dpa

Die CDU-Politikerin beauftragte damit die Wehrdisziplinaranwaltschaft des Sanitätsdienstes, die dann ein Verfahren vor einem Truppendienstgericht prüft. Während der disziplinaren Vorermittlungen bleibe Kreitmayr auf seinem Kommandeursposten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus dem Verteidigungsministerium in Berlin weiter.

Kreitmayr führt nach zahlreichen Skandalen einen Reformprozess in der Eliteeinheit des Deutschen Heeres. Ihm wird aber angelastet, dass Soldaten im vergangenen Jahr gehortete oder auch gestohlene Munition ohne weitere Registrierung zurückgeben konnten - ein Regelverstoß. Erklärtes Ziel war es, Munition umfassend unter Kontrolle zu bringen.

"Wie jeder Soldat hat Brigadegeneral Kreitmayr ein faires und transparentes Verfahren verdient, das auch seine Motive und die Hintergründe berücksichtigt", erklärte Kramp-Karrenbauer dazu.

"Für mich ist klar, dass die Kultur der systematischen Missachtung von Regeln beim Umgang mit Munition vor der Übernahme des Kommandos durch General Kreitmayr auch Fragen an die Kommandoebene des KSK mindestens der Jahre 2017 und 2018 aufwirft sowie an die zuständige Dienstaufsicht, so die Verteidigungsministerin weiter.

Kramp-Karrenbauer: Weder Freifahrtschein noch Vorverurteilung für KSK

Brigadegeneral Markus Kreitmayr (52) ist der Kommandeur des KSK.
Brigadegeneral Markus Kreitmayr (52) ist der Kommandeur des KSK.  © Bundeswehr/KSK

Kramp-Karrenbauer und Generalinspekteur Eberhard Zorn (61), Deutschlands ranghöchster Soldat, werden das KSK bereits am Montag in Calw besuchen, um vor der Veröffentlichung eines zweiten Zwischenberichts zu den Reformen im KSK persönlich mit den Soldaten zu sprechen.

Die Veröffentlichung des Berichts zur Umsetzung der Maßnahmen gegen rechtsextremistische Tendenzen beim KSK ist für Dienstag vorgesehen.

"Das Kommando Spezialkräfte ist eine hochspezialisierte Einheit, die sich in schweren Einsätzen bewährt hat. Das KSK muss aber in den nächsten Wochen und Monaten weiter beweisen, dass es zu einem grundlegenden Wandel seiner Binnenkultur fähig ist", sagte Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer zum Stand der Reformen.

Von ihr werde es für das KSK "weder einen Freifahrtschein noch eine Vorverurteilung" geben.

Titelfoto: Bundeswehr/KSK

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