"Vergiftetes Geschenk": Linken-Landeschefin kritisiert Waffenproduktion in Thüringen

Suhl/Erfurt - Die Linken-Landeschefin in Thüringen und Kandidatin für den Bundesvorsitz, Susanne Hennig-Wellsow (42), steht dem Sturmgewehr-Auftrag der Bundeswehr für das Suhler Unternehmen Haenel kritisch gegenüber.

Susanne Henning-Wellsow (42) ist Fraktionsvorsitzende der Linken-Thüringen.
Susanne Henning-Wellsow (42) ist Fraktionsvorsitzende der Linken-Thüringen.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

"Für die Stadt Suhl mag es ein finanzielles Geschenk sein, dass Haenel einen Großauftrag der Bundeswehr von 250 Millionen Euro bekommen soll", sagte Hennig-Wellsow dem Spiegel. 

"Es ist aber ein ganz und gar vergiftetes Geschenk, da diese Waffen für militärische Konfliktlösungen eingesetzt werden", ergänzte sie. 

Waffen "keine Diplomaten, die es braucht, um friedliche Lösungen zu finden", so die Politikerin. Sie lehne die Produktion von Kriegswaffen ab. Auch in Suhl. "Da ist es fast unerheblich, wem dieses Unternehmen gehört", betonte die 42-Jährige.

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz, wies die Kritik zurück. Er warf Hennig-Wellsow "Weltfremdheit" vor. Deutschland sei eingebettet in die Nato, warum solle das Gewehr nicht in Deutschland produziert werden, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch bei der Vorlage des Jahresberichts zum Stand der Deutschen Einheit. 

Es sei "doch schön", dass das Gewehr in Thüringen produziert werde und nicht etwa in Nordrhein-Westfalen.

Das Verteidigungsministerium will das neue Sturmgewehr der Bundeswehr von dem Thüringer Hersteller C.G. Haenel beziehen. Haenel liefert der Bundeswehr bereits ein Scharfschützengewehr. Das Unternehmen gehört zur Merkel Gruppe, die Teil der Tawazun Holding (Vereinigte Arabische Emirate) ist. 

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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