Nach Angriff auf AfD-Politiker: Meuthen wütet über "Antifa-Terroristen"

Schorndorf - Nach dem Angriff von Antifa-Schlägern auf den AfD-Landtagskandidaten Stephan Schwarz (36) hat sich Bundessprecher Jörg Meuthen (59) mit einer Klartext-Ansage zu Wort gemeldet.

Schorndorf: Vom Info-Stand ist nach der Attacke kaum noch etwas übrig.
Schorndorf: Vom Info-Stand ist nach der Attacke kaum noch etwas übrig.  © Screenshot Facebook.de/AfD Rems-Murr

Am 14. März steht in Baden-Württemberg die Landtagswahl an, die AfD hatte deshalb am Samstag einen Infostand auf dem Marktplatz in Schorndorf bei Stuttgart aufgebaut.

"Gegen 10 Uhr kam eine Gruppe, die aus etwa 15-20 Personen bestand, aus Richtung Kirchgasse auf den AfD-Stand zu und soll diesen sowie die dortigen Parteimitglieder unvermittelt angegriffen haben", schreiben Staatsanwaltschaft und Polizei über die Attacke.

Die Gruppe war demnach "aufgrund der mitgeführten Fahnen und Spruchbänder der Antifa-Szene zuzuordnen".

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Landtags-Kandidat Schwarz wurde durch die Angreifer zu Boden gerissen und geschlagen.

"Als der Geschädigte, auf dem Boden liegend, versucht haben soll, mit seinem Smartphone den Notruf zu wählen, soll ihm dieses, durch einen bislang Unbekannten, aus den Händen gerissen und entwendet worden sein", heißt es weiter. Der Info-Stand wurde bei dem Angriff vollständig zerstört.

Schwarz kam per Rettungswagen ins Krankenhaus. Die Angreifer flüchteten. Fünf Tatverdächtige (18 bis 25) wurden später festgenommen.

Die AfD Rems-Murr schrieb nach dem Angriff auf Facebook, dass neben Schwarz auch der Bundestagsabgeordnete Jürgen Braun (59) sowie ein fast 80-jähriger Helfer "mit Stangen malträtiert und zu Boden geworfen" worden seien. Beide blieben wohl unverletzt.

Mutmaßliches Bekennerschreiben auf Indymedia veröffentlicht

AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen (59).
AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen (59).  © Rolf Vennenbernd/dpa

Partei-Frontmann Jörg Meuthen nahm den Vorfall zum Anlass für eine Wutrede auf seiner Facebook-Seite.

"Genau so kommt es, wenn man Linksextremismus immer wieder klein redet oder sich sogar mit ihm solidarisiert, wie es die SPD-Vorsitzende Saskia Esken vor nicht allzu langer Zeit per Tweet tat", schreibt er.

Gemeint ist ein Tweet der 59-Jährigen vom Juni vergangenen Jahres. "58 und Antifa", schrieb sie damals.

Auch Journalisten machten sich in den Augen des 59-Jährigen mitschuldig: "Sie vernebeln gegenüber den Bürgern, wie groß das Problem mittlerweile geworden ist. Es sind keine Antifa-'Aktivisten', es sind schwerkriminelle Antifa-Terroristen!"

Er warnt: "Die Terroristen und Antidemokraten sind unter uns. Viele von ihnen nennen sich 'Antifaschisten' und 'Aktivisten', und es gibt reichlich Leute, die ihnen das aufgrund medialer Vernebelung naiv glauben."

Auch der Verfassungsschutz kriegt eine Breitseite ab: "Täte er hier endlich seine ihm gesetzlich auferlegte Pflicht, stünden erhebliche Teil von SPD, Grünen und der Linken längst unter Beobachtung."

Übrigens: Nach der Attacke auf den Wahlstand wurde auf dem von Linksradikalen benutzten Portal Indymedia ein mutmaßliches Bekennerschreiben gepostet.

Für die anonymen Autoren ist die AfD "eine Gefahr für alle, die nicht in ihr rassistisches Weltbild passen oder in prekären Verhältnissen leben".

Der "Besuch" des Standes in Schorndorf wird dort folgendermaßen begründet: "Ein Jahr nach dem Attentat in Hanau wurden denen, die am aggressivsten gegen alles 'undeutsche' hetzen und so die ideologische Munition für Rechtsterroristen liefern, klar gemacht, dass Rassist sein immer noch Probleme kriegen bedeutet."

Update: 13.35 Uhr

Markus Frohnmaier verurteilt Angriff

Der stellvertretende Landesvorsitzende der AfD, Markus Frohnmaier (29), verurteilte die Tat, wie die dpa berichtet.

Der Angriff sei der bisherigen Tiefpunkt des Landtagswahlkampf. Während in der Vergangenheit überwiegend Plakate und Infomaterialien beschädigt worden seien, richte sich die Gewalt mittlerweile gezielt gegen die Kandidaten, erklärte Frohnmaier.

Titelfoto: Montage: Screenshot Facebook.de/AfD Rems-Murr, Rolf Vennenbernd/dpa

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