Nach islamistischen Morden von Paris und Dresden: AfD-Meuthen platzt der Kragen

Stuttgart/Dresden/Paris - Nach zwei mutmaßlich islamistischen Morden in Paris und Dresden hat sich AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen (59) mit deutlichen Worten gemeldet.

Paris am vergangenen Sonntag: Zahlreiche Menschen demonstrieren nach der Ermordung von Samuel Paty.
Paris am vergangenen Sonntag: Zahlreiche Menschen demonstrieren nach der Ermordung von Samuel Paty.  © Michel Euler/AP/dpa

Rückblick: Am 4. Oktober wird ein homosexuelles Paar (53, 55) mit einem Messer attackiert. Der Jüngere überlebt, der Ältere erliegt seinen Verletzungen. Später wird der 20 Jahre alte Abdullah Al H.H. gefasst. Der Syrer gilt als islamistischer Gefährder. 

Laut Bild drohte er einem christlichen Flüchtling einst im Asylheim: "Ich schlachte Dich heute. Du hast eine große Klappe und ich werde Deine Zunge abschneiden, Du Christ."

Die zweite Attacke geschieht am 16. Oktober im Pariser Vorort Conflans-Sainte-Honorine: Der Lehrer Samuel Paty (47) wird auf offener Straße enthauptet! Wohl, weil er zuvor Mohammed-Karikaturen im Unterricht gezeigt hatte. Mutmaßlicher Täter: der Islamist Abdoullakh A. (18). Die Polizei erschießt den Tschetschenen später.

Nach den erschütternden Bluttaten meldet sich nun AfD-Frontmann Meuthen auf seiner Facebookseite unter der Überschrift "Der Islamismus zerstört unsere Freiheit" zu Wort. Beide Taten hätten "eine gemeinsame Ursache, auch wenn insbesondere die öffentlich-rechtlichen Medien sich geradezu krampfhaft bemühen, diese den Bürgern nicht mitzuteilen", schreibt der 59-Jährige in seinem Posting.

Die Ursache in den Augen Meuthens? "Islamismus, also die besonders fanatische Interpretation des Islam durch einige der mittlerweile in Europa lebenden Muslime."

Meuthen: Frankreich steht auf, Deutschland nicht

AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen sieht die Freiheit in Gefahr.
AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen sieht die Freiheit in Gefahr.  © Paul Zinken/dpa

An anderer Stelle kommt er auf das Opfer Samuel Paty zu sprechen: "Wenn die Tätigkeit eines Lehrers als 'Hochrisikoberuf' einzustufen ist, dann sind die Dinge in geradezu dramatischer Weise falsch gelaufen. Sie sind falsch gelaufen in Frankreich, und sie sind falsch gelaufen in Deutschland."

Es gebe beim Geschehen in der Bundesrepublik und Frankreich jedoch zwei entscheidende Unterschiede: "Der erste besteht darin, dass die Entwicklung in Frankreich in den letzten Jahrzehnten noch schlimmer war als in Deutschland. Die enorme (...) Zahl von 250 Terroropfern in Frankreich spricht hier eine klare Sprache."

Aber auch in vielen Bereichen des täglichen Lebens breite sich in Frankreich die Furcht vor dem Islamismus mehr und mehr aus. Meuthen schreibt vom "Kampf um die Freiheit in unseren europäischen Ländern", also "der Kampf um ein enorm hohes Gut, das die europäischen Volker über Jahrhunderte hinweg bitter und mit hohem Blutzoll errungen haben".

Dann kommt der AfD-Politiker auf den zweiten Unterschied zu sprechen: "Die barbarische Bluttat am enthaupteten Lehrer Samuel Paty scheint bei unseren Nachbarn eine geistige Wende eingeläutet zu haben: Das Land steht auf, und es tut dies parteiübergreifend. Man realisiert dort endlich, dass man viel zu lange weggeschaut und sich auch feige weggeduckt hat, wenn die Feinde der Freiheit für sich immer weitere Rechte einforderten - wie beispielsweise, nicht mit Karikaturen ihres Propheten behelligt zu werden."

Ein solches Aufstehen sei in Deutschland nicht feststellbar. Stattdessen schlafe der deutsche Michel weiter. "Er tut dies mit tatkräftiger Unterstützung insbesondere der öffentlich-rechtlichen Medien, die alles daran setzen, die Tat in Frankreich genauso wenig in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken wie diejenige in Dresden: Allein die zweimalige Positionierung in der Tagesschau nicht um 20 Uhr als Hauptmeldung, sondern um ca. 20.10 Uhr, also sozusagen 'unter ferner liefen', sagt hier schon alles."

Deutsche Lehrer werden eingeschüchtert

Der mutmaßliche Mörder von Dresden, Abdullah Al H.H. (rechts) im Jahr 2018 vor Gericht.
Der mutmaßliche Mörder von Dresden, Abdullah Al H.H. (rechts) im Jahr 2018 vor Gericht.  © xcitepress

Mit einer solchen Form der Verharmlosung und Beschwichtigung gehe Deutschland genau den Irrweg, den Frankreich nun augenscheinlich beendet habe. Dabei zeige dieser in Deutschland genau die gleichen Folgen - etwa im Schulwesen.

"So beklagte nämlich nun, also nach der Tat von Paris, auch der deutsche Lehrerverband, dass an deutschen Schulen - vor allem in Brennpunkten - Lehrer eingeschüchtert werden", schreibt Meuthen und zitiert Verbands-Präsident Heinz-Peter Meidinger (66). 

Der hatte gegenüber der Passauer Neuen Presse gesagt: "Der Druck ist vor allem in Brennpunktschulen mit einem hohen Anteil von Schülern mit einem entsprechenden Migrationshintergrund sehr hoch."

Laut Meidinger würden Lehrer etwa aufgefordert, Themen wie den Nahostkonflikt oder Israel nicht im Unterricht zu behandeln. "Lehrkräfte trauen sich an manchen Schulen nicht mehr, einen Film wie 'Schindlers Liste' zu zeigen. Sie bekommen Druck von den Eltern, aber auch von Schülern. Da entsteht bei manch einem schon eine Schere im Kopf."

Auch hätten in Deutschland viele von Meidingers Kollegen Angst, in einer Unterrichtsstunde über Meinungs- und Kunstfreiheit auf die Mohammed-Karikaturen zu verweisen. "Davon lassen diese dann lieber die Finger", so Meidinger gegenüber der Zeitung.

Meuthen wütet: "Im Klartext bedeutet das: Der Islamismus mit seiner stets unverhohlen zur Schau getragenen Gewaltbereitschaft zerstört unsere freiheitliche Kultur in Deutschland wie auch in anderen Ländern Europas. Wie üblich natürlich kein Wort dazu von Merkel und Steinmeier - sie halten es offenbar nicht für erforderlich, unsere Freiheit zu verteidigen."

Titelfoto: Montage: Michel Euler/AP/dpa, Paul Zinken/dpa

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