"Wie eine Gouvernante": AfD-Politiker Meuthen schießt scharf gegen Merkel

Stuttgart - Wegen des Coronavirus ist in der Bundesrepublik seit Wochen nichts mehr so, wie es einst war. Zahlreiche Geschäfte haben geschlossen, das öffentliche Leben ist geprägt durch Schutzmasken und Mindestabstand.

Jörg Meuthen in seinem Facebook-Video. (Screenshot)
Jörg Meuthen in seinem Facebook-Video. (Screenshot)  © Screenshot Facebook.de/Jörg Meuthen

Jetzt hat sich AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen (58) in einem Facebook-Video zu Wort gemeldet - und Kanzlerin Angela Merkel 65, CDU) scharf kritisiert.

Gleich zu Beginn fragt er, was derzeit mit unserer Gesellschaft und der Wirtschaft derzeit geschehe. "Das Grundgesetz garantiert uns Freiheit", erinnert er in dem Clip. "Und es garantiert uns damit auch die Möglichkeit, uns wirtschaftlich zu betätigen."

Das gelte für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber, so der 58-Jährige weiter. "Diese Freiheit ist im Moment für Millionen Deutsche abgeschafft." So dürften die Menschen derzeit etwa nicht in ihre Unternehmen, Schulen, Sportvereine oder Kneipen.

"Wie lange wollen wir eigentlich noch so weitermachen?", fragt der prominente AfD-Mann seine Zuschauer. Die Infektionszahlen seien sehr viel besser geworden. "Und das sind sie nicht aufgrund der vermeintlichen Weisheit von Frau Merkel, sondern weil die Bürger erkannt haben, dass sie sich im Alltag anders verhalten müssen."

Die Merkel-Regierung traue den Menschen aber nicht zu, dass sie dies beibehalten würden. "Wie eine Gouvernante wacht Frau Merkel mittlerweile mit Argusaugen darüber, dass die Freiheit in unserem Land drastisch eingeschränkt bleibt.

Meuthen an Merkel: "Wir sind keine Untertanen"

Angela Merkel war das Ziel von Meuthens Worten.
Angela Merkel war das Ziel von Meuthens Worten.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Die Kanzlerin stehe jedoch nicht über dem Grundgesetz, sondern sei ihm verpflichtet - und damit habe sie auch die Pflicht, "unsere Freiheit zu verteidigen".

Dann wandte er sich direkt an die mächtigste Frau im Land: "Merken Sie sich das: Wir sind keine Untertanen, die man nach Belieben regulieren kann. Deren Bürgerrechte man außer Kraft setzen kann. Sondern wir sind freie, verantwortungsbewusste und selbstbestimmte Bürger, die ihre grundgesetzlich garantierten Rechte einfordern."

Das zu garantieren sei jedoch nie Merkels Sache gewesen, so Meuthen. "Regulieren, bevormunden und gängeln: Das zieht sich durch ihre desaströse Kanzlerschaft wie ein rot-grüner Faden."

In der Vergangenheit sei das ein Ärgernis gewesen, jetzt werde es existenzbedrohend: "Unsere Wirtschaft ist bereits jetzt an einigen Stellen irreparabel geschädigt." Und der 58-Jährige prophezeit: "Wenn das noch etwas länger so weiter geht, werden wir schon bald eine Wirtschaftskrise haben, wie Deutschland sie seit dem Zweiten Weltkrieg noch nicht gesehen hat."

Das müsse verhindert werden. Das Leben müsse - soweit es gehe - wieder seinen normalen Gang nehmen. "Und das kann es auch, wenn jeder Einzelne die Hygiene- und Abstandsregeln einhält."

Deutschland brauche jetzt keine Gouvernante, schließt Meuthen, sondern den Weg zurück in die Normalität.

Das Video wurde bislang über 700 Mal kommentiert. Meuthen erntet jede Menge Zuspruch für seine Worte. Es gab jedoch auch Kritik.

So schrieb ein User: "Nein, die Infektionen sind so niedrig, weil jemand Stellung bezogen hat und Maßnahmen ergriff, nicht weil der ach so gescheite Bürger es für sich als richtig sah, was Ihre Partei ja eh von vornherein verneinte."

Und weiter: "Wäre es so, wie Sie es sagen, wäre nach den ersten Lockerungen alles so wie während der Maßnahmen, aber nein, Ihre gewissenhaften Bürger haben es geschafft, dass die Reproduktionzahl von 0,7 wieder auf 1 anstieg."

Titelfoto: Montage: Bernd von Jutrczenka/dpa, Screenshot Facebook.de/Jörg Meuthen

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